Mobiles Bezahlen Jeder fünfte Kunde zahlt schon per Smartphone

Der Anteil mobiler Zahlungen an den Kassen des deutschen Einzelhandels ist laut einer EHI-Studie sprunghaft gestiegen. Ein wesentlicher Antrieb: Die iPhone-Schnittstelle ist für Drittanbieter-Apps geöffnet. Insgesamt sank der Bargeldanteil am Umsatz auf nur noch 32,3 Prozent.

Dienstag, 05. Mai 2026, 09:13 Uhr
Theresa Kalmer
Mobiles Bezahlen legt zu: Immer mehr Kundinnen und Kunden zahlen im Handel per Smartphone oder Smartwatch statt mit Bargeld oder Karte. Bildquelle: Paypal

Knapp jede fünfte unbare Zahlung an den Kassen des deutschen Einzelhandels erfolgt mittlerweile per Smartphone oder Smartwatch. Das geht aus der neuen Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“ des EHI Retail Institute hervor, die am Montag auf dem EHI Payment Kongress in Bonn vorgestellt wurde. Demnach stieg der Anteil mobiler Zahlungen an allen unbaren Transaktionen im vergangenen Jahr auf 19,3 Prozent – nach 12,8 Prozent im Jahr 2024.

2026 PM Payment tech Abwickl unbare Bezahlprozesse 900x700px RGB

Einen wesentlichen Antrieb für diesen Anstieg lieferte laut der Studie die Teilöffnung der kontaktlosen Schnittstelle des iPhones. Nach einer Intervention der EU-Kommission können nun auch Drittanbieter-Apps Zahlungen über die Nahfunkschnittstelle des Apple-Smartphones abwickeln. Die Genossenschaftsbanken und der Online-Bezahldienst Paypal hätten daraufhin eigene Apps für das mobile Bezahlen auf dem iPhone eingeführt, so das EHI. Die Sparkassen bieten diesen Zugang den Angaben zufolge bereits seit einigen Jahren an. „Das mobile Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch liegt im Trend und wird immer häufiger im Handel genutzt“, erklärte Studienautor Horst Rüter. Inzwischen wickeln Kundinnen und Kunden fast neun von zehn Kartenzahlungen kontaktlos ab – also durch Vorhalten von Karte oder Handy.

Kartenzahlung holt weiter auf

Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen setzt sich nach den EHI-Zahlen insgesamt fort. Der Umsatzanteil von Bargeld sank demnach auf 32,3 Prozent, nach 33,8 Prozent im Vorjahr. Kartenzahlungen legten im Gegenzug auf 65,1 Prozent zu (2024: 63,5 Prozent). Den größten Anteil daran hält weiterhin die Girocard mit 40,5 Prozent, die allerdings einen Prozentpunkt verlor. Internationale Debitkarten von Visa und Mastercard wuchsen dagegen kräftig um 2,5 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent. Insgesamt belief sich der Kartenumsatz im Einzelhandel laut der Studie auf 328,6 Milliarden Euro – ein Plus von 14,5 Milliarden Euro. Gemessen an der Zahl der Einkäufe liegt Bargeld mit 50,5 Prozent noch knapp vor der Karte mit 48,1 Prozent, doch der Abstand schrumpft weiter.

Paypal behauptet online seine Spitzenposition

Auch im Onlinehandel verschieben sich die Gewichte. Paypal behauptete nach den EHI-Daten mit einem Umsatzanteil von 28,7 Prozent (2024: 28,5 Prozent) seine Spitzenposition. Auf Platz zwei folgt der Kauf auf Rechnung mit 26,1 Prozent. Das stärkste Wachstum im E-Commerce verzeichneten Kredit- und internationale Debitkarten, die um 1,4 Prozentpunkte auf 13,7 Prozent zulegten. Die Lastschrift verlor dagegen fast drei Prozentpunkte und kam auf 14,4 Prozent. Erstmals weist die Studie Apple Pay mit einem Anteil von 1,3 Prozent gesondert aus.

Veranstaltungshinweis

Neue Produkte

Regional-Star 2025 - Die Nominierten