Edeka-Fusion Edeka Rhein-Ruhr und Edeka Nord stimmen für Allianz

Die Genossenschaften von Edeka Rhein-Ruhr und Edeka Nord haben den Zusammenschluss zur neuen Region Edeka Nordwest beschlossen. Ab Juli 2026 vereint die neue Einheit rund 1.500 Märkte mit einem Umsatz von 11 Milliarden Euro. In den ersten Jahren will Edeka Nordwest bewusst auf Ergebnis verzichten, um in Expansion und Modernisierung zu investieren.

Freitag, 24. April 2026, 11:34 Uhr
Theresa Kalmer
Rund 600 selbstständige Kaufleute gehören der neuen Edeka Nordwest an – ihr Vertriebsgebiet umfasst im Wesentlichen die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommen Teile von Niedersachsen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz. Bildquelle: Getty Images

Die Mitglieder von Edeka Rhein-Ruhr und von Edeka Nord haben den Zusammenschluss beider Regionalgesellschaften beschlossen. Beide Genossenschaften stimmten mit großer Mehrheit für die Allianz, wie die Unternehmen mitteilten. Damit soll zum 1. Juli 2026 die neue Region Edeka Nordwest entstehen. Bereits im September 2025 hatten die beiden Regionen ihre Absicht erklärt, langfristig zu einem Unternehmen zusammenzuwachsen.

Die neue Region vereint den Angaben zufolge rund 600 selbstständige Kaufleute mit mehr als 1.500 Märkten der Vertriebsmarken Edeka, Marktkauf und Trinkgut. Der gemeinsame Umsatz liegt bei rund 11 Milliarden Euro. Zu dem neuen Vertriebsgebiet gehört die bisherige Edeka-Nord mit Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie Teilen Brandenburgs und des nordöstlichen Niedersachsens. Hinzu kommt das Gebiet von Edeka Rhein-Ruhr, welches neben dem Bundesland Nordrhein-Westfalen auch einen kleinen Teil von Niedersachsen und Rheinland-Pfalz umfasst. Die beiden Vertriebsregionen grenzen nicht aneinander. Dazwischen liegt die Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover, deren Gebiet sich von der polnischen bis zur niederländischen Grenze erstreckt und die eigenständig bleibt.

Den Sitz der neuen Region Edeka Nordwest legen die Unternehmen nach Moers. Die Geschäftsführung soll aus Dirk Neuhaus, Peter Wagener (bisher Rhein-Ruhr) und Frank Breuer (bisher Nord) bestehen.

Die beiden Unternehmen erwarten nach eigenen Angaben durch den Zusammenschluss erhebliche Synergieeffekte, obwohl keine Veränderungen an den Logistik- und Produktionsstandorten geplant seien. Allerdings kündigten sie an, in den ersten Jahren bewusst auf Gewinn zu verzichten, um die neue Region finanziell solide aufzustellen. Mittelfristig solle die Verschuldung der Edeka Nordwest deutlich sinken. „Damit werden für die Region die Voraussetzungen geschaffen, um die Expansion weiter voranzutreiben, Märkte, Produktion und Logistik zu modernisieren und die Chancen der Digitalisierung in allen Geschäftsbereichen zu nutzen“, hieß es in der Mitteilung.

Edeka Rhein-Ruhr wächst 2025 um 3,3 Prozent

Auf den Generalversammlungen legten beide Genossenschaften auch ihre Geschäftszahlen für 2025 vor. Edeka Rhein-Ruhr steigerte den Umsatz laut eigenen Angaben um 3,3 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis lag demnach bei 149,6 Millionen Euro und damit über den Erwartungen. Die Vertriebslinie Edeka wuchs um 2,9 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro, Marktkauf legte um 1,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu, und Trinkgut steigerte sich um 3,9 Prozent auf eine Milliarde Euro. Auch die Tochterunternehmen Bäckerei Büsch (plus 6,7 Prozent auf 225 Millionen Euro) und das Fleischwerk Rasting (plus 3 Prozent auf 700 Millionen Euro) verzeichneten Umsatzzuwächse.

Edeka Nord erzielte den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2025 einen Konzernumsatz von 4,2 Milliarden Euro – ein Plus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis bezifferte das Unternehmen auf 46,6 Millionen Euro. Die Tochtergesellschaft Fleischwerk Edeka Nord setzte 428,2 Millionen Euro um, nach 411,5 Millionen Euro im Vorjahr. Die Backwarensparte kam auf 187,9 Millionen Euro Umsatz, verglichen mit 185,9 Millionen Euro im Jahr zuvor.

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