Edeka hat die Übernahme von rund 250 Standorten des Fuldaer Lebensmittelhändlers Tegut von der Genossenschaft Migros Zürich beim Bundeskartellamt angemeldet. Das bestätigten die Bonner Wettbewerbshüter auf Anfrage der Lebensmittel Praxis. Zu dem Paket gehören demnach 202 Standorte der Vertriebslinie Tegut, 41 Smartstores der Marke Teo, die Herzberger Bäckerei in Fulda, das Logistikzentrum Hünfeld-Michelsrombach, eine zentrale Verwaltungsimmobilie in Fulda sowie zwei Gewerbeimmobilien in Bad Brückenau und Kassel.
„Im Rahmen des Fusionskontrollverfahrens prüfen wir das Zusammenschlussvorhaben eingehend mit Hinblick auf seine wettbewerblichen Auswirkungen auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten“, teilte ein Behördensprecher mit. „Daher führen wir umfangreiche Ermittilungen bei Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels sowie auf Lieferantenseite durch.“
Vor rund zwei Wochen war bekannt geworden, dass Tegut als eigenständige Marke vom deutschen Markt verschwinden wird. In einem Statement von Migros hieß es: „Trotz massiven Kosteneinsparungen, welche die operativen Verluste der Tegut-Gruppe im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte reduziert haben, verschärfte sich das Marktumfeld in Deutschland weiter und führte zu rückläufigen Umsätzen. Die umfassende Analyse der Situation hat deutlich gemacht, dass Tegut unter diesen Bedingungen mit der spezifischen Positionierung und der vergleichsweise kleinen Unternehmensgröße langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig ist.“
Tegut betreibt aktuell knapp 300 Standorte, vor allem in Hessen. Die Zukunft der übrigen, nicht von Edeka ins Auge gefassten Filialen geschehen soll, ist noch offen. Migros teilte vor zwei Wochen mit, im Gespräch mit anderen potenziellen Investoren zu sein. Es solle möglichst eine Lösung für alle Filialen gefunden werden, hieß es.