Die zum Verkauf stehende Supermarktkette Tegut ist Mitglied der Handelskooperation Retail Trade Group. Nach dem geplanten Verkauf an die Edeka und andere Händler kann sie das nicht mehr sein. Was bedeutet das für die Zukunft der RTG? Carsten Kortum, Professor an der DHBW und dort Studiengangsleiter BWL-Handel, rechnet gegenüber der Lebensmittel Praxis mit keiner Existenzkrise, aber mit einer qualitativen Schwächung.
Profilgebende Funktion von Tegut entfällt
Der Wissenschaftler erläutert: „Der Wegfall von Tegut bedeutet für die RTG zweifellos einen Verlust an Einkaufsvolumen und regionaler Präsenz. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass die Kooperation dadurch strukturell destabilisiert wird.“ Schließlich bestehe die RTG aus mehreren Partnerunternehmen und sei zudem international vernetzt. Allerdings: Tegut stehe innerhalb der Kooperation zurzeit noch für ein eigenständiges Profil mit starker Bio- und Regionalitätskompetenz. Kortum: „Diese profilgebende Funktion in der Einkaufskooperation entfällt nun.“
Die Retail Trade Group wollte sich auf LP-Anfrage nicht zur Tegut-Mitgliedschaft und der aktuellen Entwicklung äußern.
2025: Außenumatz von 31 Milliarden Euro
Die RTG ist eine 2017 gegründete Einkaufs- und Dienstleistungskooperation mit Sitz in Hamburg. Mitglieder sind neben Tegut Rossmann, Bartels-Langness, Globus, Bünting, Netto, Georg Jos. Kaes und Klaas & Kock. Zusätzlich zum gemeinsamen Einkauf deckt die RTG vor allem den Technischen Einkauf und ein Supply Chain Management ab.
Im August 2025 repräsentierte die Kooperation nach eigenen Angaben einen Außenumsatz von knapp 31 Milliarden Euro in 570 SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten, 770 Super- und Discountmärlten und 2.230 Drogerien. Sie ist Bestandteil der neuen europäischen Einkaufsallianz Concordis.
