Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen hat sich im Februar stärker aufgehellt als erwartet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 1,0 auf 88,6 Zähler, wie das Ifo-Institut mitteilte. Die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit ihren aktuellen Geschäften. Auch die Erwartungen besserten sich den Angaben zufolge. „Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Signale einer Belebung“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Index gab nur im Einzelhandel leicht nach
Das Geschäftsklima stieg in der Industrie, bei Dienstleistern und am Bau. Nur im Einzelhandel gab der Index leicht nach. Die Bundesregierung erwartet für das Jahr 2026 ein Wachstum von einem Prozent. Im Jahr 2025 hatte die deutsche Wirtschaft nur ein minimales Wachstum verzeichnet. In den beiden Vorjahren war sie geschrumpft.
Positive Nachrichten lieferte die deutsche Elektro- und Digitalindustrie. Sie steigerte ihre Exporte im Jahr 2025 auf den Rekordwert von fast 258 Milliarden Euro, wie der Branchenverband ZVEI mitteilte. Ein starkes Europageschäft und sprunghaft wachsende Ausfuhren im Dezember hätten dabei geholfen. Der Maschinenbauverband VDMA meldete dagegen einen Rückgang der weltweiten Ausfuhren um 1,8 Prozent gegenüber 2024. Das Geschäft mit den USA brach wegen der Zölle um acht Prozent ein.
Donald Trump kündigt neue Zölle an
Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump verunsichert die Unternehmen weiterhin. Nach einer Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof kündigte Trump neue weltweite Zölle an. Diese sollen vorübergehend zehn und dann 15 Prozent auf Importe in die USA betragen. Der Supreme Court hatte Trump untersagt, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz aus den 1970er Jahren Zölle gegen den Import von Waren aus vielen Ländern zu verhängen. Die US-Zollbehörde stoppte nach der Gerichtsentscheidung das Erheben von Abgaben teilweise.
Auch der Handelsdeal zwischen Brüssel und Washington vom vergangenen Sommer steht auf der Kippe. Damals wurde vereinbart, dass für die meisten EU-Importe in die USA ein Zoll von maximal 15 Prozent gelten soll. Das Abkommen muss noch vom EU-Parlament angenommen werden. Der Vorsitzende des Handelsausschusses, Bernd Lange (SPD), forderte vor einer Sondersitzung des Verhandlungsteams im EU-Parlament am Montag eine Aussetzung des Deals.