Ifo-Institut Deutsche Firmen wollen wieder mehr investieren – nur der Handel nicht

Die Investitionsbereitschaft in Deutschland hat sich laut Ifo-Institut deutlich erholt – vor allem in der Industrie. Der Handel bleibt jedoch pessimistisch. Einen Lichtblick sehen die Forscher bei den Ausgaben für Software und künstliche Intelligenz.

Montag, 20. April 2026, 14:54 Uhr
Theresa Kalmer
Die Investitionsbereitschaft in Deutschland zieht leicht an – getragen von der Industrie. Der Handel hingegen bleibt laut Ifo-Institut deutlich im Minus. Bildquelle: Getty Images

Die Unternehmen in Deutschland planen wieder mehr Investitionen – mit einer Ausnahme: Im Handel bleibt die Stimmung schlecht. Das geht aus den aktuellen Investitionserwartungen des Ifo-Instituts hervor, die im März auf plus 0,2 Punkte stiegen, nach minus 3,1 Punkten im Dezember 2025.

Besonders deutlich legte die Investitionsbereitschaft in der Industrie zu. Der entsprechende Saldo kletterte von minus 6,9 auf plus 0,1 Punkte. Vor allem in den nicht-energieintensiven Branchen verbesserten sich die Aussichten: Der Maschinenbau drehte von minus 8,6 auf plus 2,1 Punkte, der Fahrzeugbau von plus 2,9 auf plus 14,8 Punkte. In den energieintensiven Branchen stagnierte die Investitionsbereitschaft dagegen bei minus 9,0 Punkten. In der Chemie verschlechterte sich die Lage sogar leicht von minus 15,8 auf minus 16,2 Punkte.

„Die verbesserte Auftragslage in der Industrie hat die Stimmung etwas aufgehellt“, zitierte das Ifo-Institut seinen Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Zugleich verwies er auf die stark gestiegenen Energiekosten infolge des Iran-Krieges und die zunehmende Unsicherheit bei den Unternehmen. Beides stehe „einer kräftigeren Erholung der Wirtschaft entgegen“.

Handel verharrt im Minus, Dienstleister legen zu

Für den Lebensmittelhandel dürften die Zahlen wenig ermutigend sein: Im Handel insgesamt blieben die Unternehmen laut der Erhebung am pessimistischsten. Der Saldo der Investitionserwartungen verharrte im März bei minus 9,6 Punkten und damit nahezu auf dem Niveau vom Dezember. Die Dienstleister hingegen verbesserten ihren bereits leicht positiven Ausblick von plus 1,1 auf plus 2,8 Punkte.

Auch bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung zeichnete sich in der Industrie eine Trendwende ab. Der Saldo im verarbeitenden Gewerbe drehte den Angaben zufolge von minus 4,1 auf plus 1,2 Punkte. Ifo-Konjunkturexpertin Lara Zarges erklärte dazu, die Unternehmen wollten „branchenübergreifend mehr in Software investieren“. Eine Rolle spiele dabei die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz. 

Das Ifo-Institut wies darauf hin, dass die Erhebung nicht die Höhe der geplanten Investitionen erfasse, sondern lediglich den Anteil der Unternehmen abbilde, die ihre Investitionen ausweiten oder senken wollten.

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