Außenhandel stagniert Deutschland vernachlässigt Märkte im globalen Süden

Der Anteil strategisch wichtiger Länder des globalen Südens am deutschen Außenhandel liegt bei nur 11 Prozent. Die USA und China sind dort nach Erkenntnissen des Institutes der deutschen Wirtschaft deutlich aktiver. Die Bundesrepublik bleibt stark abhängig von China und den USA.

Mittwoch, 11. Februar 2026, 10:34 Uhr
Theresa Kalmer
Deutschlands Außenhandel kommt bei der Erschließung alternativer Märkte kaum voran: Noch immer entfällt ein großer Teil des Außenhandels auf wenige große Partner. Bildquelle: Arvid Nordquist HAB

Deutschland hat seine Handelsbeziehungen zu alternativen Märkten kaum ausgebaut. Nur knapp 11 Prozent der Importe und Exporte entfielen 2025 auf 25 strategisch bedeutsame Länder des globalen Südens, wie das Institut der deutschen Wirtschaft mitteilte. 2016 lag der Anteil bei 10,5 Prozent. Die USA und China sind auf diesen Märkten deutlich aktiver.

Stagnation im Handel mit Indien

Das Beispiel Indien zeigt die Stagnation: Trotz des Aufstiegs zur viertgrößten Volkswirtschaft der Welt stieg der Anteil am deutschen Außenhandel von 0,8 Prozent im Jahr 2016 nur auf gut 1 Prozent im Jahr 2023. Seither stagniert er, wie die Analysen des Instituts zeigen. Die USA wickeln rund 30 Prozent ihres Außenhandels mit dieser Staatengruppe ab. China hat seine Präsenz deutlich ausgebaut und erzielt dort inzwischen rund ein Drittel seines Außenhandels – vor zehn Jahren war es noch weniger als ein Viertel.

Ein großer Teil des deutschen Außenhandels konzentriert sich neben dem EU-Binnenmarkt weiterhin auf zwei Staaten: China bleibt einer der zentralen Handelspartner. Im Jahr 2025 lag sein Anteil an der deutschen Außenhandelsbilanz bei rund 9 Prozent. Etwa 13 Prozent der deutschen Einfuhren stammen aus China, während der Exportanteil bei gut 5 Prozent liegt. Die Abhängigkeit von der Volksrepublik ist weiterhin groß – etwa bei seltenen Erden, wie das Institut mitteilte.

USA halten Anteil stabil

Auch im Handel mit den USA gab es kaum Verschiebungen. Ihr Anteil an der deutschen Außenhandelsbilanz betrug 2025 rund 8 Prozent. Politische Unsicherheiten und protektionistische Tendenzen haben die Handelsstrukturen bislang kaum verändert, heißt es vom Institut der deutschen Wirtschaft.

Länder des globalen Südens gewinnen als alternative Handelspartner und politische Verbündete an Bedeutung. Deutschland nutze dieses Potenzial bislang kaum, so das Institut. Staaten außerhalb der geopolitischen Blöcke könnten helfen, Abhängigkeiten zu verringern und die regelbasierte Weltwirtschaft zu stärken. Das Beispiel Marokko zeigt aus Instituts-Sicht die strategische Rolle dieser Länder: Das Land entwickele sich zu einem attraktiven Standort für erneuerbare Energien und industrielle Produktion.

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