Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) lehnt einen gesetzlich geregelten Warenkorb mit günstigen Lebensmitteln ab. Der CSU-Politiker verwies stattdessen auf bestehende Wochenangebote der Händler, an denen sich Verbraucher orientieren könnten. Freiwillige Angebote der Händler begrüßte er.
Der Vorstoß eines „Deutschlandkorbs“ war aus der SPD-Fraktion gekommen. Fraktionsvize Esra Limbacher hatte vorgeschlagen, dass Handelsketten auf freiwilliger Basis einen sogenannten Deutschlandkorb anbieten könnten. Dieser solle günstige, preisstabile und in Deutschland produzierte Grundnahrungsmittel aus allen wichtigen Warengruppen enthalten.
Rainer betonte, Lebensmittel dürften nicht verramscht werden. „Sie müssen aber auch erschwinglich sein“, betonte er. Hintergrund der Debatte sind deutlich gestiegene Preise für Nahrungsmittel in den vergangenen Jahren, die Verbraucher an der Supermarktkasse spüren. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) unterstützte dagegen den Vorschlag aus seiner Fraktion.
Rewe verweist auf Preisaktionen
Die Rewe-Gruppe erklärte auf Nachfrage, bereits zahlreiche Maßnahmen umzusetzen, um günstige Produkte zugänglich zu machen. „Besonders unsere Eigenmarken-Sortimente bei Rewe und Penny bieten grundsätzlich eine breite Auswahl an preisgünstigen Produkten.“ Preisaktionen und Treueprogramme ermöglichten Verbrauchern zusätzliche Preisvorteile. Außerdem unterstütze man seit Jahren bundesweite Tafel-Initiativen.
Die Handelskette Kaufland betonte, steigende Lebenshaltungskosten stellten derzeit viele Menschen vor Herausforderungen. Eine bewusste Ernährung dürfe keine Frage des Geldbeutels sein. „Daher bieten wir unseren Kunden bereits jetzt eines der größten Sortimente an Lebensmitteln aus deutscher Produktion zu günstigen Preisen an.“ Ziel sei es, Einkaufsvorteile an Kundinnen und Kunden weiterzugeben.
Discounter: Geben Preisvorteile direkt an Kunden weiter
Von den Discountern Aldi Nord und Aldi Süd hieß es: „Als Grundversorger ist es die Kernaufgabe, allen Menschen verlässlich gute Qualität zum bestmöglichen Preis anzubieten und eine bezahlbare Grundversorgung sicherzustellen.“ Wo immer dies möglich sei, gebe man Preisvorteile direkt an Kunden weiter.
Konkurrent Lidl sieht es als zentrales Anliegen, den Einkauf für Kunden attraktiv und günstig zu gestalten. „Wir gehen dabei aktiv voran und geben sinkende Rohstoffpreise oder Effizienzvorteile im Betriebsablauf oder den Lieferketten konsequent an unsere Kunden weiter, um sie bei ihrem täglichen Einkauf finanziell zu entlasten“, teilte das Unternehmen mit.
Die Supermarktkette Edeka äußerte sich auf Nachfrage nicht zum Thema und verwies lediglich auf den Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels.
