Im Oktober 2025 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mit. Die Amtsgerichte meldeten für Oktober 2025 insgesamt 2.108 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Dabei handelt es sich nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) um die höchste Zahl an insolvenzbedingten Betriebsaufgaben seit elf Jahren. Der DIHK erwartet für 2025 insgesamt deutlich mehr als 23.000 Insolvenzen.
Gläubiger-Forderungen betrugen 2,6 Milliarden Euro
Die Forderungen der Gläubiger aus den im Oktober 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 2,6 Milliarden Euro. Im Oktober 2024 hatten die Forderungen bei rund 3,8 Milliarden Euro gelegen. Den Angaben zufolge ist dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen darauf zurückzuführen, dass im Oktober 2024 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Oktober 2025.
Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im Oktober 2025 in Deutschland insgesamt 6,1 Firmenpleiten. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 12,3 Fällen. Danach folgte das Gastgewerbe mit 10,5 Fällen sowie das Baugewerbe mit 8,5 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.
Verbraucherinsolvenzen steigen stärker als Unternehmensinsolvenzen
Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im Oktober 2025 um 7,6 Prozent auf 6.709 Fälle. Der Anstieg fiel damit stärker aus als bei den Firmenpleiten.
Für Dezember 2025 meldete das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Angaben einen Anstieg der beantragten Regelinsolvenzen um 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Behörde wies darauf hin, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liege in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.
