Non-Food Grillbranche kämpft mit sinkender Nachfrage

Die Grillbranche verzeichnet nach dem Corona-Boom einen deutlichen Nachfragerückgang. Während Obi eine Verschiebung hin zu günstigeren Modellen beobachtet, meldet der Fachhändler Santos Grill steigende Verkäufe bei Premium-Geräten. Ab 2026 droht eine Verteuerung von Holzkohle durch neue Transportvorschriften.

Donnerstag, 03. Juli 2025, 11:42 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Von einer Grillkrise kann keine Rede sein – da sind sich Hersteller und Händler einig. Aber die Kunden sind zurückhaltender geworden. Bildquelle: Getty Images

Die Grillbranche verzeichnet eine deutliche Kaufzurückhaltung bei den Kunden. Nach einem anderthalbjährigen Aufwärtstrend mit Spitzenumsätzen während der Corona-Pandemie reißen die Kunden den Händlern die Grills nicht mehr aus den Händen, wie die Branche berichtet.

Die Baumarktkette Obi beobachtet eine Verschiebung der Nachfrage in niedrigere Preissegmente. „Wir sehen, dass wir auch nicht mehr so wie noch vor ein paar Jahren in der Lage sind, sehr viel im Premiumbereich beispielsweise zu verkaufen“, erläutert Obi-Gartenbereichsleiter Dirk Weber laut einer Mitteilung des Baumarktverbandes BHB. Dennoch hat Obi in diesem Jahr bisher mehr Grills verkauft als im Vorjahreszeitraum. Der umsatzstärkste Artikel europaweit ist bei der Baumarktkette ein Holzkohlegrill.

Der Kölner Grillfachhändler Santos Grill verzeichnet eine steigende Nachfrage sowohl bei günstigen als auch bei Premium-Grills. In der mittleren Preislage sei dagegen der typische 4-Brenner-Gasgrill „ein bisschen angeschlagen“, berichtet Geschäftsführer Daniel Schellhoss. Die Selbstläufer-Zeiten der Corona-Pandemie seien vorbei. Nach Corona hätten Händler große Lagerbestände aufgebaut und seien dann in Rabattschlachten gerutscht.

Branche setzt auf Apps und Zubehör

Die Branche setzt auf Innovationen, um die Kauflust anzufachen. Apps für Grillgeräte liegen im Trend. Auch Nischenprodukte wie Pizzaöfen oder Smoker zum Räuchern von Wurst oder Fisch sollen neue Käufer anlocken. Großes Potenzial sehen die Branchenvertreter zudem bei Grill-Zubehör.

Ab 2026 droht eine Verteuerung von Holzkohle. Neue Sicherheitsvorgaben beim Seetransport sehen vor, den Stauraum für Holzkohle in Containern um ein Drittel zu verkleinern, wie Norbert Jedrau vom Grillherstellerverband BIAG mitteilt. Deutschland bezieht nach seiner Schätzung 80 Prozent der Grillkohle aus dem Import.

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