Getränkekonzern Maue Nachfrage nach Spirituosen bremst Berentzen

Der Getränkekonzern Berentzen hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verbucht. Hohe Lagerbestände im Handel und schwache Nachfrage nach Spirituosen bremsten das Geschäft. Trotzdem hält das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest.

Mittwoch, 15. April 2026, 13:43 Uhr
Manuel Glasfort
Berentzen startete als Kornbrennerei im 18. Jahrhundert im emsländischen Haselünne. Bildquelle: Berentzen

Der Getränkekonzern Berentzen hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang verzeichnet. Die Konzernumsatzerlöse sanken von 39,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 35,2 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel von 1,2 Millionen Euro auf 0,2 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging von 3,3 Millionen Euro auf 2,4 Millionen Euro zurück.

Als Hauptgrund für die Entwicklung nannte Berentzen hohe Lagerbestände im Handel. „Durch eine enttäuschend schwache Konsumnachfrage und entsprechend niedrige Abverkäufe im Jahresendgeschäft 2025 mit Spirituosen in Deutschland sind unsere Handelspartner mit hohen Warenbeständen in das Jahr 2026 gestartet, die im ersten Quartal abgebaut werden mussten“, zitierte das Unternehmen den Vorstandschef Oliver Schwegmann in der Mitteilung. Dies habe die Nachverkäufe signifikant ausgebremst.

Zudem setzte sich den Angaben zufolge die schwache Konsumnachfrage nach alkoholischen Getränken in Deutschland im ersten Quartal fort. Besonders stark wirkte sich der rückläufige Gesamtmarkt bei Whiskey auf das Geschäft mit Handelsmarken aus. „Wir sind Europas größter Whiskey Lieferant im Handelsmarkengeschäft, sodass uns diese negative Entwicklung überproportional getroffen hat“, erklärte Schwegmann laut der Mitteilung. Die Rückgänge bei den Umsatzerlösen seien überwiegend auf das Geschäft mit Spirituosen zurückzuführen.

Berentzen hält an Jahresprognose fest

Trotz des schwachen Starts hält Berentzen an der Jahresprognose fest. Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2026 Konzernumsatzerlöse zwischen 163,0 und 173,0 Millionen Euro nach 162,9 Millionen Euro im Vorjahr. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern soll zwischen 7,0 und 9,0 Millionen Euro liegen nach 8,5 Millionen Euro im Jahr 2025. Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird in einer Bandbreite von 16,1 bis 18,1 Millionen Euro erwartet nach 17,1 Millionen Euro im Vorjahr.

Berentzen plant im Rahmen seiner Konzernstrategie verschiedene Maßnahmen, um Umsatzwachstum zu generieren. Dazu gehört nach Angaben des Unternehmens der Start der neuen Marke Juma ab Mai sowie ein umfassender Relaunch der Marke Puschkin mit Sortimentsüberarbeitung. Ab dem zweiten Halbjahr sollen drei neue Puschkin-Sorten als trinkfertige Getränke in Dosen eingeführt werden. Den vollständigen Zwischenbericht für das erste Quartal will Berentzen am 30. April 2026 veröffentlichen.

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