Rund 26 Prozent der Verbraucher in Deutschland geben an, Probleme beim Verstehen von Lebensmittelkennzeichnungen zu haben. Das geht aus einer aktuellen Studie des internationalen Lebensmittelsicherheitsunternehmens NSF hervor. Obwohl 75 Prozent der Befragten angeben, Etiketten vor dem Kauf zu lesen, sind nur 42 Prozent überzeugt, dass diese auch wirklich ausreichend Informationen für eine fundierte Kaufentscheidung liefern.
„Diese Ergebnisse offenbaren eine klare Diskrepanz zwischen Verbraucherbedürfnissen und aktuellen Kennzeichnungspraktiken“, sagt Arta Prokshi, Senior Consultant für Food Advisory and Training, EMEA bei NSF. „Wenn drei Viertel der deutschen Verbraucher aktiv Etiketten lesen, aber weniger als die Hälfte sie als ausreichend empfindet, sehen wir eine entscheidende Chance für Lebensmittelhersteller, ihre Kunden besser zu bedienen.“
Auch inhaltlich bemängeln viele Verbraucher Lücken. Nur 28 Prozent finden, dass Nachhaltigkeit ausreichend thematisiert wird. Die Studie nennt konkrete Wünsche. 79 Prozent wünschen sich mehr Informationen über die Verarbeitung von Lebensmitteln, 78 Prozent wollen klarere Angaben zu Allergenen, 70 Prozent interessieren sich für ethische Beschaffung und 56 Prozent für Umweltauswirkungen.
Jüngere Verbraucher vertrauen den gesundheitsbezogenen Angaben auf Etiketten dabei häufiger als ältere. 58 Prozent der 18- bis 34-Jährigen zeigen Vertrauen, bei den über 55-Jährigen sind es nur 42 Prozent.
Dass die Bereitschaft für bessere Kennzeichnung zu zahlen vorhanden ist, zeigt ein weiteres Ergebnis. Über die Hälfte der Befragten wäre bereit, im Durchschnitt 7 bis 9 Prozent mehr für klar gekennzeichnete Produkte auszugeben.