Der Handel steht bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) weiterhin vor großen Herausforderungen – trotz wachsender strategischer Bedeutung. Das zeigt die aktuelle KI-Studie 2025, die der Handelsverband Deutschland (HDE) gemeinsam mit Safaric Consulting durchgeführt hat. Zwar erkennen viele Unternehmen das Potenzial intelligenter Technologien, doch umfassende, unternehmensweite KI-Projekte sind bislang selten.
Laut Studie haben 90 Prozent der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 50 Millionen bis 1 Milliarde Euro bereits KI-Projekte umgesetzt oder planen sie. Bei Großunternehmen (über 1 Milliarden Umsatz) liegt der Anteil bei 86,4 Prozent. Kleinere Händler (unter 50 Millionen Euro Umsatz) sind mit 46,9 Prozent deutlich weniger aktiv. Rund 16,2 Prozent der Befragten setzen KI bereits auf breiter Basis ein – das ist dreimal so viel wie 2023.
Als größte Hürden gelten fehlende Ressourcen, Know-how und Datenqualität. Zwar wird KI zunehmend als Schlüsseltechnologie gesehen – die flächendeckende Umsetzung scheitert aber oft an praktischen Herausforderungen.
Dass es im Handel weiterhin große Skepsis gegenüber KI gibt, bestätigt auch eine aktuelle Umfrage des Zahlungsdienstleisters Payone: Nur 14 Prozent der befragten Händler in Deutschland und Österreich haben KI bereits in ihren Betrieb integriert oder testen den Einsatz. Besonders kleine und mittlere Unternehmen tun sich schwer.
Gründe sind unter anderem die Sorge vor negativen Kundenreaktionen (73 Prozent), hohe Kosten (62 Prozent) und für mehr als die Hälfte der Befragten ein möglicher Kontrollverlust. Potenzial sehen viele Händler vor allem bei automatischen Übersetzungen (61 Prozent), Cybersicherheit (49 Prozent) und Betrugsprävention (43 Prozent). Eher gering ist dagegen das Interesse an KI-gestützten Produktempfehlungen (21 Prozent) oder Chatbots im Kundenservice (15 Prozent).
