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Preise Inflation zieht im Juni wieder an

Lebensmittel Praxis | 30. Juni 2020
Preise: Inflation zieht im Juni wieder an
Bildquelle: Aldi Süd

Die Verbraucherpreise sind im Juni wieder kräftiger gestiegen. Nach Einschätzung von Volkswirten könnte sich das schon im nächsten Monat umkehren: Dann ist eine Inflation nahe der Nullmarke nicht unwahrscheinlich.

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Die allgemeine Teuerung in Deutschland hat im Juni auf vergleichsweise niedrigem Niveau wieder angezogen. Die Verbraucherpreise lagen um 0,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte. Im Mai war die jährliche Inflationsrate mit 0,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren gesunken – vor allem wegen eines massiven Rückgangs der Energiepreise in der Corona-Krise. Auch im Juni 2020 mussten Verbraucher deutlich weniger für Haushaltsenergie und Sprit zahlen als vor Jahresfrist. Insgesamt verbilligte sich Energie in dem Monat um 6,2 Prozent. Im Mai jedoch hatten die Energiepreise mit minus 8,5 Prozent noch deutlicher unter dem Vorjahreswert gelegen. Mit dem weitgehenden Stillstand der Wirtschaft in vielen Ländern infolge der Corona-Pandemie war auch die Nachfrage nach Rohöl gesunken. Die Preise für den Rohstoff brachen ein, erholten sich zuletzt aber wieder etwas.

Nahrungsmittel verteuerten sich in Deutschland im Juni zum Vorjahresmonat den vorläufigen Daten zufolge um 4,4 Prozent. Hier waren die Preissteigerungen in den beiden Vormonaten noch etwas höher gewesen. Insgesamt zog das Preisniveau von Mai auf Juni 2020 um 0,6 Prozent an.

Nach Einschätzung von Ökonomen dürfte sich die Inflationsrate in den nächsten Monaten wieder der Nullmarke annähern – getrieben auch von der vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer. Als „letzten Sprung nach oben“ wertete Commerzbank-Volkswirt Marco Wagner die Juni-Zahl.

Seine Einschätzung: „Die Erfahrungen aus der Finanzkrise 2008/2009 zeigen, dass die Firmen die niedrigere Umsatzsteuer zwar nur zum Teil an die Verbraucher weitergeben. Dies dürfte allerdings ausreichen, die Teuerungsrate im Juli nahe an die Nulllinie zu drücken.“