Lidl nimmt als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland an der Pilotphase der neuen App „dAKZ“ des deutschen Zolls teil, die den sogenannten digitalen Ausfuhrkassenzettel ermöglicht. Das teilte das Unternehmen mit. Für Kunden aus der Schweiz wird es damit einfacher, sich die auf Einkäufe in Deutschland gezahlte Mehrwertsteuer erstatten zu lassen. Sie können demnach ihre in Deutschland gekaufte Ware künftig digital ausführen, ohne an der Grenze einen physischen Ausfuhrschein abstempeln lassen zu müssen.
Verfahren zurzeit in 25 Filialen
Das neue Verfahren steht nach Angaben von Lidl derzeit in 25 grenznahen Filialen zur Verfügung. Die App des deutschen Zolls digitalisiere den gesamten Prozess der Ausfuhrbestätigung. Und sie beschleunige die anschließende Mehrwertsteuerrückerstattung, die direkt mit dem nächsten Einkauf bei Lidl verrechnet werden könne. In der Regel sei nach der erstmaligen Nutzung kein Halt an der Grenze mehr nötig – die App erkenne den Grenzübertritt automatisch per Standortfeststellung. Nur wenn die App dies im Einzelfall anzeige, müssten Kunden ihre Waren noch beim Zoll vorzeigen.
Teilnahme an digitalem Verfahren freiwillig
Lidl zog nach eigenen Angaben eine positive Zwischenbilanz nach den ersten Wochen. „Mit der neuen ,dAKZ'-Zoll-App machen wir den Einkauf für unsere Schweizer Kundinnen und Kunden noch unkomplizierter“, so Dennis Roth, Leiter Rechnungswesen, Finanzen und Steuern bei Lidl Dienstleistung. Die Steuerabwicklung laufe künftig „komplett digital im Hintergrund“.
Vor der erstmaligen Nutzung ist den Angaben zufolge eine einmalige Registrierung in der App sowie im deutschen Zoll-Portal erforderlich. Lidl empfiehlt, diese Anmeldung bereits vor dem Einkauf vorzunehmen. Die Teilnahme an dem digitalen Verfahren sei freiwillig – die bisherige Papierversion stehe weiterhin zur Verfügung.