Der internationale Zutatenanbieter Döhler hat das britische Food-Tech-Unternehmen Nukoko übernommen. Das teilte der Hamburger Risikokapitalgeber Oyster Bay Venture Capital mit, der an Nukoko beteiligt war.
Nukoko hat nach eigenen Angaben die weltweit erste Schokoladenalternative auf Basis von Ackerbohnen entwickelt. Das 2022 gegründete Unternehmen verzichtet dabei auf Kakao als Rohstoff. Ackerbohnen lassen sich in Europa anbauen und verfügen laut der Mitteilung über eine stabile Versorgung. Damit zielt die Technologie auf ein Problem, das die Schokoladenindustrie seit Jahren beschäftigt: schwankende Kakaopreise und zunehmende Klimarisiken in den Anbaugebieten.
Für Oyster Bay ist der Verkauf der erste Exit aus dem zweiten Fonds, den der Investor nach eigenen Angaben vor rund acht Monaten mit mehr als 100 Millionen Euro geschlossen hatte. „Mit diesem ersten Verkauf aus unserem neuem Fonds wird eine wichtige Investmentthese bestätigt: Die europäische Lebensmittelindustrie steht vor einer tiefgreifenden Transformation“, sagte Philip Stark, Principal von Oyster Bay. Unternehmen, die kritische Rohstoffabhängigkeiten verringerten und gleichzeitig attraktive Produkte für Verbraucher entwickelten, würden zu den Gewinnern gehören, so Stark weiter.
Nukoko setzt auf patentierte Technologie aus Ackerbohnen
Nukoko wurde den Angaben zufolge 2022 von Kit Tomlinson, Ross Newton und dem Pflanzenbiologen David Salt gegründet. Die Technologie des Unternehmens ist zum Patent angemeldet. Die Schokoladenalternative biete eine robustere Lieferkette mit geringeren CO₂-Emissionen und komme ohne Abholzung aus, heißt es in der Mitteilung.
Für den Zutatenanbieter Döhler bedeutet die Übernahme einen Zugang zu kakaofreien Schokoladenalternativen. Oyster Bay bezeichnete die Transaktion als Beleg dafür, dass neuartige Zutatenlösungen den Sprung von der Pilotphase in die industrielle Produktion schaffen könnten.