Tiefkühlwirtschaft Deutsches Tiefkühlinstitut verabschiedet neue Strategie bis 2030

Das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti) hat auf seiner Jahrestagung in Berlin sein 70-jähriges Bestehen gefeiert und eine neue Verbandsstrategie beschlossen. Geplant ist eine stärkere politische Interessenvertretung und intensivere internationale Vernetzung. Die Branche wächst stärker als die Ernährungsindustrie insgesamt.

Freitag, 12. Juni 2026, 10:04 Uhr
Theresa Kalmer
Mit 51,6 Kilogramm pro Kopf erreichte der Verbrauch von Tiefkühlprodukten in Deutschland 2025 einen neuen Rekordwert. Bildquelle: dti/Peter Rees

Das Deutsche Tiefkühlinstitut hat auf seiner Jahrestagung in Berlin sein 70-jähriges Bestehen gefeiert und eine neue Verbandsstrategie bis 2030 verabschiedet. Rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft nahmen an der Tiefkühltagung teil.

Minister Rainer gratulierte per Vodeobotschaft

Die Mitgliederversammlung beschloss am Vortag der Tagung die „dti-Strategie 2030“. Diese sieht nach Angaben des Verbands unter anderem eine stärkere politische Interessenvertretung und eine intensivere internationale Vernetzung vor. Grundlage der Strategie seien eine Mitgliederbefragung sowie Interviews und Diskussionen im Vorstand gewesen. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben mehr als 150 überwiegend mittelständische Unternehmen aus allen Teilen der Tiefkühlkette.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) gratulierte dem Verband per Videobotschaft zum Jubiläum. „Die Tiefkühlwirtschaft ist von großer wirtschaftlicher Relevanz – und die Zukunft hält große Chancen für sie bereit“, so der Minister. 

Rekordwert beim Pro-Kopf-Verbrauch

Im Rahmen der Tagung stellte Maximilian Waltmann von AFC Management Consulting ein im Auftrag des Verbands erarbeitetes Branchenporträt vor. Demnach konnte die Tiefkühlwirtschaft ihren Anteil am Inlandsumsatz der Ernährungsindustrie nach eigenen Berechnungen von rund 12 Prozent im Jahr 2015 auf gut 15 Prozent im Jahr 2024 steigern – während die Ernährungsindustrie insgesamt real geschrumpft sei. Der Gesamtumsatz der Branche liegt laut dem Verband bei über 23 Milliarden Euro. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Tiefkühlprodukten in Deutschland stieg den Angaben zufolge 2025 auf einen Rekordwert von 51,6 Kilogramm.

Künstliche Intelligenz und Robotik sind bahnbrechend

Für den Lebensmitteleinzelhandel besonders relevant: Geschäftsführer Michael Gerling vom Verein Mittelständische Lebensmittel-Filialbetriebe (MLF) ordnete die Lage des Handels zwischen Preiswettbewerb, hohen Aktionsanteilen und sinkendem Margenniveau ein. In der Tiefkühlabteilung sehe er noch unausgeschöpftes Potenzial – diese gehöre bereits zu den zehn umsatz- und ertragsstärksten Abteilungen im Supermarkt. Vollsortimenter müssten sich in konsumschwachen Zeiten vor allem über Frische, Emotionen und ein breites Sortiment profilieren. Künstliche Intelligenz und Robotik bezeichnete Gerling als die wichtigsten technologischen Entwicklungen, was sich an steigenden IT-Budgets im Einzelhandel zeige.

Auch der Autor Hendrik Haase betonte die wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für die Lebensmittelbranche: „KI entscheidet längst mit, was Menschen über Lebensmittel ‚wissen’“, betonte er. 65 Prozent aller Deutschen nutzten bereits generative Künstliche Intelligenz, 92 Prozent hielten deren Antworten für vertrauenswürdig. Unternehmen der Lebensmittelindustrie müssten ihre digitalen Inhalte daher strategisch so aufbereiten, dass Künstliche Intelligenz diese erfassen und verwerten könne.

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