Weinbau Prädikatsweingüter halten Preise trotz höherer Kosten stabil

Die deutschen Prädikatsweingüter haben ihre Preise kaum erhöht. Der Gutswein kostet weiterhin 11,50 Euro pro Flasche. Der Absatz sank jedoch um 2,2 Millionen auf 33,5 Millionen Flaschen.

Dienstag, 21. April 2026, 15:12 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Die Weinlese 2025 hat eine exzellente Qualität der Trauben ergeben, sagt der Präsident des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter, Steffen Christmann. Bildquelle: Moritz Knoringer on unsplash

Die deutschen Prädikatsweingüter haben ihre Preise trotz deutlich gestiegener Produktionskosten weitgehend stabil gehalten. Der Gutswein des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter kostete 2025 im Durchschnitt 11,50 Euro pro Flasche und damit genauso viel wie im Vorjahr, wie Theresa Olkus vom Verband in Mainz mitteilte. Gutswein macht rund zwei Drittel der Weine des Verbands aus.

Die Spitzenweine aus Großen Lagen verteuerten sich um zwei Euro auf durchschnittlich 42 Euro pro Flasche. Sie machen allerdings nur 5 Prozent des Angebots aus. Zum Vergleich: Der Durchschnittspreis für eine 0,75-Liter-Flasche deutschen Weins liegt nach Angaben des Verbands bei 3,35 Euro.

Der Absatz der Weingüter sank im vergangenen Jahr um 2,2 Millionen auf rund 33,5 Millionen Flaschen. Als Gründe nannte der Verband Konsumzurückhaltung und frostbedingte Ausfälle. Der Umsatz ging um 20 Millionen auf etwa 426 Millionen Euro zurück. Das entspricht etwa 2,1 Millionen Euro pro Betrieb. Die Weingüter spüren nach eigenen Angaben steigende Kosten bei Energie, Löhnen, Glas und Verpackung. Der Vertrieb werde jetzt wieder viel aktiver gestaltet, sagte Olkus. Als Beispiele nannte sie Reisen, Events, Verkostungen und alternative Verkaufsformate.

Verband setzt auf Skandinavien und neue Märkte

Rund drei Viertel des Umsatzes erzielen die Prädikatsweingüter im Inland. Der Anteil des Verkaufs ab Hof liegt konstant bei rund einem Drittel. Der digitale Direktvertrieb gewinnt weiter an Bedeutung und macht inzwischen rund zwölf Prozent aus. Hauptexportmarkt ist Skandinavien, gefolgt von den USA, Großbritannien und der Schweiz.

Neue Absatzmärkte sieht der Verband vor allem in Osteuropa, Indien und Südamerika, auch dank des Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Mercosur. Die Angst vor steigenden Zöllen in den USA sei groß gewesen, der Wein aber letztlich bislang „größtenteils außen vor geblieben“, sagte Verbandssprecher Max Rohde.

Dem Verband gehören nach eigenen Angaben 199 Betriebe an, drei weniger als 2025. Mehr als 40 Prozent der Rebfläche werde ökologisch bewirtschaftet und jeder zehnte Mitgliedsbetrieb arbeite biodynamisch. Insgesamt bewirtschaften die Betriebe etwa 5,5 Prozent der deutschen Rebfläche.

Rund 3.500 Fachbesucher werden am Sonntag und Montag zur Weinbörse des Verbands in Mainz erwartet. Etwa ein Fünftel reist aus dem Ausland an. Verbandspräsident Steffen Christmann sieht den Verband „gut aufgestellt für die Zukunft“. Zum Jahrgang 2025 sagte Christmann laut der Mitteilung: „Ich erinnere mich kaum an ein anderes Jahr, das uns so exzellente Trauben geschenkt hat. Wenig, aber wunderbar.“

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