Der weltweite Weinkonsum ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 1957 gefallen. Insgesamt tranken die Menschen weltweit nur noch 208 Millionen Hektoliter Wein, wie die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) in Dijon mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Minus von 2,7 Prozent, im Vergleich zu 2018 sogar einem Rückgang um 14 Prozent.
Als Ursachen nannte die OIV langfristige gesellschaftliche Veränderungen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten der vergangenen Jahre – von der Corona-Pandemie über Inflation und geopolitische Konflikte bis hin zu Zöllen. Steigende Produktionskosten und Preise bei gleichzeitig sinkendem verfügbarem Einkommen der Verbraucher hätten die Nachfrage den Angaben zufolge stark belastet. Besonders deutlich fielen die Rückgänge zuletzt in den USA, China und Frankreich aus.
Auch in Europa zeigt sich der Abwärtstrend deutlich. In Frankreich, dem nach den USA zweitgrößten Weinmarkt der Welt, sank der Konsum laut OIV auf 22 Millionen Hektoliter – ein Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Italien verzeichnete mit einem Konsum von 20,2 Millionen Hektolitern einen noch stärkeren Rückgang von 9,4 Prozent. Deutschland liegt der Mitteilung zufolge auf dem dritten Platz in Europa: Hier ging der Konsum um 4,3 Prozent auf 17,8 Millionen Hektoliter zurück.
OIV sieht das Ende des klassischen Tafelwein-Modells
Die OIV verwies darauf, dass sich das Konsumverhalten bereits seit Jahrzehnten verändere. Das frühere Modell, das durch hohen Konsum von preiswertem Tafelwein in wenigen Ländern geprägt gewesen sei, habe sich aufgelöst. Der Trend zu höherwertigen und teureren Weinen sowie die Erschließung neuer Märkte hätten zwar zu einem Wertzuwachs für die Branche geführt, die Absatzmengen insgesamt aber nicht stabilisieren können.
Über den reinen Mengenrückgang hinaus verändere sich laut OIV auch die Art des Weinkonsums grundlegend. Mit dem Aufkommen jüngerer, digital orientierter Bevölkerungsgruppen stelle sich die Frage neu, „wie, wo und warum Wein konsumiert“ werde, hieß es in der Mitteilung.