Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf ist mit einem erwartungsgemäß schwachen ersten Quartal in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Der Umsatz lag bei 2,5 Milliarden Euro, was einem organischen Rückgang von 4,6 Prozent entspricht. Damit spiegelt sich ein insgesamt schwieriges Marktumfeld wider, das insbesondere im klassischen Konsumentengeschäft spürbar ist.
Im Unternehmensbereich Consumer, zu dem unter anderem die Kernmarke Nivea zählt, gingen die Erlöse organisch um 4,7 Prozent zurück. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Nivea selbst aus, die ein Minus von 7,0 Prozent verzeichnete. Der Konzern begründet dies mit schwierigen Marktbedingungen sowie einer hohen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Gleichzeitig arbeitet Beiersdorf an einer strategischen Neuausrichtung der Marke. Erste positive Effekte zeigen sich laut Unternehmen bereits in verbesserten Abverkäufen im Handel.
Deutlich robuster präsentiert sich dagegen das Derma-Geschäft mit Produkten zur dermatologischen Hautpflege. Getrieben von den Marken Eucerin und Aquaphor erzielte dieser Bereich ein organisches Wachstum von 8,2 Prozent. Damit bestätigt sich der Trend hin zu dermatologisch fundierten Produkten.
Das Luxussegment rund um La Prairie hingegen verzeichnete einen deutlichen Rückgang von 14,9 Prozent. Hier wirkten sich insbesondere Störungen im Einzelhandel aus, wobei die Abverkäufe im Handel selbst eine positive Tendenz zeigen.
Auch Tesa schwächelt
Auch der Klebstoffspezialist Tesa blieb mit einem organischen Umsatzminus von 4,3 Prozent unter Druck. Ursachen sind laut Unternehmen vor allem zeitliche Verschiebungen im Elektronikgeschäft sowie Vergleichseffekte.
Eine konkrete Gewinnkennzahl für das erste Quartal wurde nicht ausgewiesen. Dennoch betont CEO Vincent Warnery die langfristige Stabilität des Geschäftsmodells und verweist auf die Innovationskraft, insbesondere im Derma-Segment.
Für das Gesamtjahr zeigt sich Beiersdorf weiterhin zuversichtlich und bestätigt seine Prognose. Das erste Quartal sei kein verlässlicher Indikator für den weiteren Jahresverlauf, da temporäre Effekte und Marktstörungen das Bild verzerrt hätten. Für die Geschäftsbereiche Consumer und Tesa rechnet das Unternehmen weiterhin mit einer flachen bis leicht wachsenden organischen Umsatzentwicklung sowie mit einer EBIT-Marge vor Sondereinflüssen leicht unter dem Vorjahresniveau.
Für Branchenbeobachter bleibt entscheidend, ob die strategische Neuausrichtung von Nivea nachhaltig greift und ob das Wachstum im margenstarken Derma-Bereich anhält.