Die insolvente Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim steht vor einer wegweisenden Entscheidung: Am kommenden Dienstag soll eine Gläubigerversammlung darüber abstimmen, ob ein Investor einsteigt oder das Unternehmen abgewickelt wird. Zuvor tagt der Gläubigerausschuss, dem ein wirtschaftliches Konzept vorgelegt werden muss – andernfalls droht die endgültige Stilllegung.
Selbst wenn die Brauerei fortgeführt wird, fallen nach früheren Angaben der Geschäftsführung rund 100 Arbeitsplätze weg. Die Zahl der Beschäftigten soll demnach in den kommenden Monaten auf unter 200 sinken. Derzeit arbeiten noch knapp 290 Menschen bei Eichbaum – faktisch würde also etwa jede dritte Stelle gestrichen. Laut der Mitteilung hatten sich zuvor sowohl Finanzinvestoren als auch strategische Investoren für das Unternehmen interessiert. Ziel sei es, den Standort und die Marke zu erhalten.
Eichbaum hatte Ende Oktober einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Rückläufige Exportumsätze und eine sinkende Nachfrage im Inland hatten zu einem erheblichen Liquiditätsengpass geführt. Bei einer Eigenverwaltung behält das Unternehmen die Verfügungsgewalt und bleibt handlungsfähig, ein Sachwalter überwacht dabei die Geschäftsführung.
Eichbaum verkauft Karamalz an Veltins
Das Unternehmen liefert eigenen Angaben zufolge in mehr als 60 Länder weltweit. Ursprünglichen Plänen zufolge sollte Eichbaum von einer reinen Brauerei zu einem breiter aufgestellten Getränkehersteller umgebaut werden. Zuletzt hatte die Brauerei ihre Marke Karamalz samt Produktion an Veltins verkauft, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Den Verkaufspreis nannte das Unternehmen nicht.
Der Bierkonsum in Deutschland geht seit Jahren zurück, was viele Brauereien unter Druck setzt. Für Eichbaum dürfte die Gläubigerversammlung am Dienstag nun zur Schicksalsentscheidung werden.
