Getränkeindustrie Mineralbrunnen Rhenser meldet Insolvenz an

Der Mineralbrunnen Rhenser hat beim Amtsgericht Koblenz Insolvenz beantragt. Das Traditionsunternehmen kämpft mit hohem Wettbewerbsdruck und gestiegenen Kosten. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, bereits 2016 durchlief der Brunnen ein Sanierungsverfahren.

Mittwoch, 04. März 2026, 11:40 Uhr
Manuel Glasfort
Steckt in wirtschaftlicher Schieflage: Der Rhenser Mineralbrunnen hat Insolvenz angemeldet. Bildquelle: Rhenser Mineralbrunnen

Der Mineralbrunnen Rhenser hat beim Amtsgericht Koblenz Insolvenz beantragt. Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Alexander Jüchser von der Kanzlei Lieser Rechtsanwälte aus Koblenz zum vorläufigen Insolvenzverwalter, wie das Unternehmen mitteilte. Der Geschäftsbetrieb läuft den Angaben zufolge weiter, die Abfüllung und Auslieferung seien sichergestellt.

Als Gründe für die Insolvenz nannte das Unternehmen den hohen Wettbewerbsdruck im Getränkemarkt, gestiegene Transportkosten, anhaltend geringe Margen sowie eine Zurückhaltung der Konsumenten. „Gestiegene Kosten und zu geringe Margen führten in eine finanzielle Schieflage und schließlich musste das Traditionsunternehmen Insolvenz anmelden“, zitierte das Unternehmen den kaufmännischen Leiter Christian Kolb in der Mitteilung. Der Brunnen füllt seit 1862 am Standort Rhens Mineralwasser ab.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Jüchser erklärte, vorrangiges Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung zu schaffen. „Dazu verschaffen wir uns derzeit einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation und führen Gespräche mit Kunden, Lieferanten und weiteren Geschäftspartnern“, zitierte das Unternehmen Jüchser in der Mitteilung.

Manager Sieck kehrt zurück

Das Unternehmen hatte bereits 2016 ein Eigenverwaltungsverfahren durchlaufen. Damals gelang es nach Angaben des Unternehmens, den Brunnen zu restrukturieren und an die Brüder Christian und Friedrich Berentzen zu übertragen. Vor wenigen Wochen war der Geschäftsführer Christian Berentzen unerwartet gestorben

Der sanierungserfahrene Manager Holger Sieck, der damals interimistisch als Geschäftsführer eingesetzt worden war, bringt nun erneut seine Erfahrung in den Prozess ein. „Welche konkrete Lösungsoption am Ende in Betracht kommt, lässt sich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht absehen“, zitierte das Unternehmen Sieck in der Mitteilung.

Das Unternehmen beschäftigt rund 140 Mitarbeiter. Die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld für die Monate März, April und Mai gesichert, wie das Unternehmen mitteilte. Das Unternehmen informierte die Beschäftigten auf einer Betriebsversammlung über den Insolvenzantrag.

Neue Produkte