Der Zentralverband Gartenbau fordert von der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mehr Unterstützung und Planungssicherheit für die Branche beim Übergang zu einer klimaschonenderen Produktion. Bereits Anfang Januar bezog der Verband Stellung zu dem neuen Klimaschutzprogramm, das Ende März veröffentlicht werden soll. Nun unterstrich er seine Forderungen.
Anträge auf Anerkennung dauern lange
Unter anderem kritisiert der Verband die anhaltende Belastung durch die CO₂-Bepreisung und die fehlende Anerkennung zum sogenannten Carbon-Leakage-Schutz. Carbon Leakage beschreibt das Risiko, dass energieintensive Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagern könnten, weil dort geringere CO₂-Kosten anfallen. Damit das verhindert wird, können Unternehmen im nationalen Emissionshandel Beihilfen beantragen. Je nach Kompensationsgrad erhalten Unternehmen einen Großteil des CO₂-Preises zurück.
Nach eigener Darstellung reichte der ZVG bereits im April 2022 bei der Deutschen Emissionshandelsstelle Anträge auf Anerkennung als förderfähige Teilsektoren ein. Diese Anträge bezogen sich auf Zierpflanzenbau unter Glas, Gemüsebau unter Glas und Pilzzucht. Die Bundesregierung reichte nach eigener Genehmigung zwei Anträge zur endgültigen Genehmigung bei der Kommission ein, doch das Bewertungsverfahren ist laut ZVG noch immer nicht abgeschlossen.
Seit 2022 Warten auf Erleicherungen
Der CO₂-Preis treibt den Verband ebenfalls um. „Der CO₂-Preis ist seit 2021 in Kraft und die Unternehmen warten seit 2022 auf die Möglichkeit, Erleichterungen zu beantragen“, heißt es in der Stellungnahme. Unterglas-Gartenbaubetriebe seien im besonderen Maße von steigenden CO₂-Preisen betroffen, ohne dass tragfähige wirtschaftliche Lösungen für Investitionen in erneuerbare Energien gegeben seien.
Zwar begrüßt der Zentralverband Gartenbau die Entscheidung des Koalitionsausschusses vom 5. November 2025, wonach das Energieeffizienzgesetz und das Energiedienstleistungsgesetz bis Mitte 2026 an die EU-Vorgaben angepasst werden sollen. Aber insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen sei ein erleichtertes Energieaudit erforderlich.
Neue Technologien und Techniken zügig fördern
Das Bundesprogramm Energieeffizienz in Landwirtschaft und Gartenbau müsse verstetigt und verstärkt werden, fordert der Verband. Eine dynamische Anpassung der Förderrichtlinie sollte sicherstellen, dass neue Technologien und Techniken zügig in die Förderung aufgenommen würden. Zudem fordert der Zentralverband Gartenbau ein gesondertes Förderprogramm für Wassermanagement im Gartenbau. Die bisherigen Fördermöglichkeiten für Klimaanpassung reichten nicht aus, um die Betriebe des Gartenbaus zu unterstützen, so der ZVG.