Milchlieferkette Edeka und Molkereien treiben Klimaschutzprojekt voran

Edeka startet die nächste Phase eines Klimaschutzprojekts in der Milchlieferkette. Gemeinsam mit vier Molkereien – EMP Milchhof Prenzlau, Nordseemilch, Royal A-Ware und Molkerei Gropper – entwickelt der Händler ein standardisiertes und skalierbares System zur Reduktion landwirtschaftlicher Emissionen.

Mittwoch, 08. April 2026, 12:09 Uhr
Thomas Klaus
Der Edeka-Verbund verfolgt zusammen mit vier ausgewählten Molkereien das Ziel, die eigenen Lieferketten schrittweise klimaschonender zu gestalten. Bildquelle: Getty Images

Startschuss für die nächste Phase des neuen Klimaschutzprojekts von Edeka und seiner Discount-Tochter Netto in der Milchlieferkette: Gemeinsam mit vier Molkereien – EMP Milchhof Prenzlau, NordseeMilch, Royal A-ware und Molkerei Gropper – entwickelt der Händler ein standardisiertes, transparentes und skalierbares System zur Reduktion landwirtschaftlicher Emissionen. Damit wollen die Projektpartner ihre ambitionierten Klimastrategien weiter vorantreiben. Die Leuphana Universität Lüneburg begleitet das Projekt wissenschaftlich.

Vorreiterrolle im deutschen Markt

Der Edeka-Verbund verfolgt zusammen mit vier ausgewählten Molkereien das Ziel, die eigenen Lieferketten schrittweise klimaschonender zu gestalten. Der Molkereisektor bietet erhebliches Potenzial für wirksame Klimaschutzmaßnahmen. Genau hier setzt das Projekt mit EMP, Nordseemilch, Royal A-Ware und Gropper an. Ein zentraler Grundsatz der Zu­sammenarbeit: praxisnahe, datenbasierte und skalierbare Lösungen entwickeln.

Mit ihrem Engagement übernehmen die Projektpartner nach eigener Darstellung  eine Vorreiterrolle im deutschen Markt. Die teilnehmenden Molkereien sind zudem eng mit ihren Milchbauern verbunden, sodass die Perspektive der Landwirte kontinuierlich einfließt. Das Projekt richtet sich mit seinen Maßnahmen bewusst nicht an Premium- oder Nischenprogramme, sondern an reguläre, konventionelle Lieferketten und damit an die Breite der Landwirtschaft.

Ab 2027 geht es verstärkt um Umsetzbarkeit

In der aktuellen Projektphase entsteht ein einheitlicher Standard für Datenerhebung und Emissionsberechnungen, orientiert an den Anforderungen der Science Based Targets Initiative (SBTI). Dadurch sollen Emissionsdaten vergleichbarer, nachvollziehbarer und konsistenter werden. Parallel führt das Projekt bestehendes Wissen und Initiativen der Mol­kereien zusammen und bewertet jede Maßnahme nach Klimawirkung, Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit.

Zudem werden Schulungen, Praxistests und gezielte Unterstützungs­angebote für Landwirte konzipiert. Ab 2027 geht es verstärkt darum, wie Klimaschutz­maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette umgesetzt werden können – vor allem solche mit besonders großer Klimaschutzwirkung, die künftig flächendeckend realisierbar sein sollen.

Breites Spektrum realer Produktionsbedingungen

Die am Projekt beteiligten Molkereien zählen zu wichtigen Partnern des Edeka‑Verbunds im Eigenmarkengeschäft und vereinen unterschiedliche Expertisen: EMP steht für die ost­deutsche Agrarstruktur. Nordseemilch repräsentiert genossenschaftlich organisierte, nord­deutsche Betriebe und bringt wissenschaftliche Kooperationserfahrung mit. Royal A-Ware verfügt dank bestehender und bewährter Marktkonzepte in den Niederlanden über Kenntnisse hinsichtlich der Umsetzung von Maßnahmen. Gropper, Vertreter der mittel- und süddeutschen Agrarstruktur, steuert praktische Erfahrungen durch das Projekt „Klimahöfe“ bei. Diese Vielfalt bildet aus Sicht der Partner ein breites Spektrum realer Produktionsbedingungen ab.

Die Leuphana Universität begleitet das Projekt wissenschaftlich und untersucht neue Koopera­tionsformen für zukunftsfähige Lieferketten. Zudem übernimmt die externe Unternehmensberatung Quantis die unabhängige Projektsteuerung sowie die methodische Begleitung des Projekts.

 

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