Der Getränkehersteller Berentzen sieht sich trotz des laufenden Rechtsstreits mit Paulaner bereits als Gewinner. Die Aufmerksamkeit, die der Streit um die Gestaltung der Mio Mio Cola-Orange-Flasche gebracht habe, habe sich für die Marke gelohnt, sagte Berentzen-Chef Oliver Schwegmann der „Hannoverschen Allgemeinen“. Dies gelte unabhängig vom Ausgang des Verfahrens.
Das Unternehmen werde in der Öffentlichkeit als „David“ wahrgenommen, während Paulaner mit der Schörghuber-Gruppe im Rücken als „Goliath“ gelte, erklärte Schwegmann. „Wir haben das Verfahren immer mit einem Augenzwinkern aufgenommen und uns trotzdem klar und selbstbewusst positioniert“, zitierte die Zeitung den Berentzen-Chef.
Das Landgericht München hatte im August geurteilt, dass die Cola-Mix-Flaschen von Mio Mio dem geschützten Design von Paulaners Spezi zu ähnlich seien. Dabei ging es laut Gericht nicht um eine mögliche Verwechslung der beiden Flaschen, sondern darum, ob die farbliche Gestaltung Kunden auf die Idee bringen könnte, dass das Mio-Mio-Produkt mit Paulaner zusammengehöre. Berentzen legte gegen das Urteil Berufung ein, über die nun das Oberlandesgericht München entscheiden muss.
Paulaner begründet Klage mit Schutz der Farbmarke
Paulaner hatte seine Klage mit dem Schutz seiner Farbmarke begründet. Diese würde aufgeweicht, wenn man gegen ähnlich gestaltete Produkte nicht vorgehe, argumentierte das Unternehmen. Berentzen hatte in der ersten Instanz entgegnet, dass farbenfrohe Gestaltung bei Cola-Mix-Getränken häufig vorkomme. Zudem betonte das Unternehmen, dass die eigene Flasche nicht von Paulaner, sondern von einer ähnlich gestalteten Tapete im ehemaligen Studentenzimmer des heutigen Marketingchefs inspiriert worden sei.
Zur Berentzen-Gruppe gehören die Stammmarke Berentzen und weitere Spirituosen wie Doornkaat und Bommerlunder. Daneben stellt das Unternehmen alkoholfreie Getränke her, darunter Mio Mio Mate und in Lizenz Sinalco.