Bauernverband legt Bericht vor Deutsche Landwirte verdienen nicht mehr als im Vorjahr

Die Haupterwerbsbetriebe in der deutschen Landwirtschaft erzielten im Wirtschaftsjahr 2024/25 ein Unternehmensergebnis von 78.500 Euro. Das entspricht dem Vorjahresniveau. Allerdings verzeichneten einige Betriebsformen deutliche Gewinnrückgänge.

Donnerstag, 11. Dezember 2025, 14:36 Uhr
Manuel Glasfort
Rückläufige Erzeugerpreise für Getreide und andere Feldfrüchte prägten das Jahr 2025 in der Landwirtschaft. Bildquelle: Getty Images

Die wirtschaftlichen Ergebnisse der deutschen Landwirtschaft stagnierten im Wirtschaftsjahr 2024/25. Das Unternehmensergebnis der Haupterwerbsbetriebe lag bei 78.500 Euro je Betrieb und entsprach damit dem Vorjahresniveau, wie aus dem neuen Lagebericht des Deutschen Bauernverbands hervorgeht. Die Lage unterscheidet sich allerdings je nach Betriebsform zum Teil deutlich: Abgesehen von der Milcherzeugung verzeichneten nahezu alle Betriebsformen einen Rückgang der Ergebnisse.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, bezeichnete die wirtschaftliche und agrarpolitische Lage als äußerst herausfordernd. „Die Betriebsergebnisse zeigen eine Seitwärtsbewegung und können mit der allgemeinen Preissteigerung nicht Schritt halten“, zitierte der Verband Rukwied in der Mitteilung. Im Durchschnitt aller Betriebe reiche das Einkommen nicht aus, um Arbeit, Kapital und Boden angemessen zu vergüten. Im laufenden Wirtschaftsjahr verstärke der massive Einbruch der Erzeugerpreise bei zentralen pflanzlichen und tierischen Produkten sowie der Anstieg der Lohnkosten den Druck auf die landwirtschaftlichen Betriebe zusätzlich.

Während Rinder- und Milchviehhalter ein Einkommensplus verbuchen konnten, war das Wirtschaftsjahr auf zahlreichen Betrieben stark von der Blauzungenkrankheit geprägt. Zugleich prägten rückläufige Erzeugerpreise für Schweine, Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben das Jahr. Die erneut starken Gewinnrückgänge im Ackerbau und in der Schweinehaltung zeigen laut dem Verband die starke Abhängigkeit von Marktpreisen und einen überproportional hohen Kostendruck am Agrarstandort Deutschland auf. Mit Blick auf das laufende Wirtschaftsjahr 2025/26 senden die Preise an den Agrarmärkten vor allem das Signal, dass viele Betriebe in den kommenden Monaten vor zunehmenden wirtschaftlichen Herausforderungen stehen werden, teilte der Verband mit.

Bauernverband fordert politische Reformen

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft vollzieht sich den Angaben zufolge schleichend, in der Tierhaltung deutlich verstärkt. Die Ursachen liegen neben schwachen Marktpreisen, hohem Kostendruck und der demografischen Entwicklung in strengeren Vorgaben aufgrund politischer und gesetzgeberischer Entscheidungen. Bei der Investitionsbereitschaft sei insgesamt eine starke Zurückhaltung spürbar. Zugleich verstärkten steigende Anforderungen durch Umwelt-, Klima- und Tierschutzauflagen sowie eine nach wie vor hohe Bürokratielast den Anpassungsdruck.

Bauernpräsident Rukwied mahnte zu weiteren strukturellen politischen Reformen. „Ohne weitere entschlossene politische Reformen droht ein beschleunigter Strukturwandel, der die Wertschöpfung im ländlichen Raum schwächt und dringend notwendige Zukunftsinvestitionen ausbremst“, zitierte der Verband seinen Präsidenten. Die Politik müsse verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, die Wettbewerbsfähigkeit stärken, Bürokratie abbauen und Leistungen für Klima-, Biodiversitäts- und Tierwohl angemessen honorieren.

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