Der Deutschland-Chef des Coca-Cola-Abfüllers Coca-Cola Europacific Partners beklagt die Standortbedingungen in Deutschland. John Galvin kritisierte bei einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf die Bürokratie und komplizierte Verhältnisse für Unternehmen. Schon kleinere Vorhaben dauerten lange, weil oft mehrere Behörden zuständig seien, sagte Galvin.
Als Beispiele nannte er das Versetzen eines Zauns, Baumarbeiten auf dem Werksgelände oder Dachreparaturen. Zu Bauprojekten gebe es von Behörden häufig unterschiedliche Auskünfte. Dabei seien viele Vorschriften zu beachten – vom Immissionsschutz über Statik bis zum Lärm- und Bauschutz. „Die Haltung ist: Wir halten die Regeln ein, wir wollen diese Wirtschaftstypen einbremsen“, zitierte die Agentur den Manager. Dies erschwere Investitionen.
Galvin forderte Bürokratieabbau. „Es ist nicht so einfach, in diesem Land Geld zu investieren. Das dauert deutlich länger als an anderen Standorten“, sagte er den Angaben zufolge. Zugleich beklagte er hohe Kosten, etwa für Strom und Löhne, sowie hohe Krankenstände. Andere Länder leisteten mehr, um Investoren anzulocken.
Galvin lobt Merz für Ankündigungen
Dennoch lobte Galvin Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Der habe angekündigt, die Regeln für Unternehmen zu vereinfachen. „Am Ende misst man jemanden, nicht an dem, was sie sagen, sondern an dem, was sie tun“, sagte der Manager. Der Standort könne attraktiv sein, man müsse ihn nur anders gestalten. Pläne, die Produktion ins Ausland zu verlagern, hat das Unternehmen nicht. „Wir stehen zu Deutschland“, sagte Galvin. Vieles würde bemängelt, aber der Lebensstandard sei unterschätzt.
Coca-Cola Europacific Partners stellt die Getränke der Marke wie Cola, Fanta oder Sprite in Deutschland her, vertreibt und verkauft sie. Das Absatzvolumen liegt nach eigenen Angaben bei 4,1 Milliarden Litern im Jahr. Das Unternehmen hat in Deutschland 24 Standorte, darunter 13 Produktionsbetriebe, und beschäftigt etwa 6100 Menschen.