Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) hat eine Recherche zu den Fütterungskriterien bei Schweinefleisch der Haltungsform-Stufe 3 durchgeführt. Von den 35 Tierwohl-Siegel-Programmen dieser Stufe garantieren noch 22 eine gentechnikfreie Fütterung, wie der Verband im Vorfeld der Lebensmittelmesse Anuga 2025 mitteilte.
Seit November 2024 ist die gentechnikfreie Fütterung in der Schweinemast der Haltungsform-Stufe 3 nicht mehr verpflichtend. Stattdessen können die Betriebe auch eine sogenannte regionale Fütterung umsetzen. Diese sieht vor, dass mindestens 70 Prozent der Futtermittel aus einer definierten Region stammen müssen. Die übrigen 30 Prozent können auch Gentechnik-Soja aus Übersee enthalten, teilte der VLOG mit.
„Damit qualifiziert sich quasi jedes handelsübliche Schweinmastfutter in Deutschland als angeblich regional. Die vermeintliche Regionalität in den Mindestanforderungen der Haltungsform 3 ist Augenwischerei“, kritisierte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting laut der Mitteilung.
VLOG-Studie zeigt Verbraucherwünsche
Fünf der 22 Tierwohl-Siegel, die weiterhin gentechnikfrei füttern, fordern dies auch über die Mastphase hinaus. Eine aktuelle VLOG-Marktforschungsstudie habe gezeigt, dass eine deutliche Mehrheit der Verbraucher eine Doppel-Auszeichnung mit dem Tierwohlsiegel und dem Ohne-Gentechnik-Siegel wünscht. Gentechnikfreiheit und Tierwohl seien für die Verbraucher der Studie zufolge etwa gleich wichtig.
Die freiwillige fünfstufige Haltungsformkennzeichnung der Initiative Tierwohl findet sich heute auf den meisten Frischfleischprodukten in Supermärkten und Discountern. Je höher die Stufe, desto besser sind die Haltungsbedingungen für die Tiere. In den Stufen 1 und 2 ist Gentechnik-Futter erlaubt. Bei allen Tierarten ist die gentechnikfreie Fütterung seit Kurzem erst ab Stufe 4 vorgeschrieben. In Stufe 5, die Bio-Produkte kennzeichnet, wird wie bei der Kennzeichnung Ohne Gentechnik auch über die Mastphase hinaus gentechnikfrei gefüttert.
