EU-Kennzeichnungspflicht Lebensmittelkonzerne kämpfen um Namen für Fleischalternativen

Lidl, Aldi, Rügenwalder Mühle und andere deutsche Unternehmen protestieren gegen ein geplantes EU-Verbot von Bezeichnungen wie Schnitzel oder Burger für pflanzliche Produkte. Deutschland ist mit 759 Millionen Euro Umsatz der größte europäische Markt für Fleischalternativen. Der Sektor könnte laut Experten langfristig bis zu 250.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Montag, 29. September 2025, 13:57 Uhr
Lebensmittel Praxis
Mehr als 20 Unternehmen aus der deutschen Lebensmittelwirtschaft und dem Handel haben sich gegen ein geplantes EU-Verbot von Bezeichnungen wie Schnitzel, Wurst oder Burger für pflanzliche Fleischalternativen ausgesprochen. In einem gemeinsamen Brief forderten die Organisationen die EU-Abgeordneten auf, das Vorhaben abzulehnen. Bildquelle: LP-Archiv / Carsten Hoppen

Mehr als 20 Unternehmen aus der deutschen Lebensmittelwirtschaft und dem Handel haben sich gegen ein geplantes EU-Verbot von Bezeichnungen wie Schnitzel, Wurst oder Burger für pflanzliche Fleischalternativen ausgesprochen. In einem gemeinsamen Brief forderten die Organisationen die EU-Abgeordneten auf, das Vorhaben abzulehnen. Dies teilt das Good Food Institute Europe mit.

Das EU-Parlament stimmt am 7. Oktober darüber ab, ob diese Begriffe künftig ausschließlich für tierische Produkte erlaubt sein sollen. Die Unternehmen, darunter Lidl, Aldi Süd, Rügenwalder Mühle, The Vegetarian Butcher und Burger King Deutschland, argumentieren, dass vertraute Bezeichnungen den Verbrauchern Orientierung geben. Die Begriffe helfen nach Angaben der Unternehmen einzuschätzen, was in Bezug auf Geschmack und Textur zu erwarten ist.

Deutschland ist mit einem Marktvolumen von 759 Millionen Euro der größte Markt für pflanzliche Fleischalternativen in Europa. Deutsche Unternehmen produzieren zudem in erheblichem Umfang für den Export in andere EU-Länder. Von dem geplanten Verbot wären sie nach Angaben des Good Food Institute Europe deshalb überproportional stark betroffen.

Think Tank sieht Milliardenpotenzial für Fleischalternativen

Das wirtschaftliche Potenzial des Sektors für Fleischalternativen und andere alternative Proteinquellen schätzt der Think Tank langfristig auf bis zu 65 Milliarden Euro zusätzlicher Wertschöpfung. Zudem könnten bis zu 250.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Die Treibhausgasemissionen in Deutschland ließen sich durch alternative Proteine um bis zu 8,1 Millionen Tonnen CO2 senken.

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