Nach einer Blockadeaktion vor der Molkerei Sachsenmilch in Leppersdorf im Landkreis Bautzen sollen drei Tieraktivisten in einem beschleunigten Verfahren vor Gericht. Dies teilte die Polizei mit. Den Beschuldigten im Alter von 23, 24 und 33 Jahren wirft die Staatsanwaltschaft Nötigung vor. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen damit eine möglichst schnelle Strafe erreichen.
Auch Linienbus an Weiterfahrt gehindert
Die Tatverdächtigen besetzten laut Polizei zu Beginn des Protests den Auflieger eines Milchlasters und verhinderten gemeinsam mit einem zeitgleich blockierten Linienbus die Weiterfahrt. An der nicht angemeldeten Versammlung beteiligten sich insgesamt 41 Menschen.
Mehrere Teilnehmer klebten sich auf der Zufahrtsstraße fest oder kletterten auf Fahrzeuge. Die Polizei beendete die Blockade nach eigenen Angaben durch Kommunikation. Sie nahm von 14 Beteiligten die Personalien auf und stellte mehrere Strafanzeigen wegen Nötigung.
Die Gruppe „Animal Rebellion“ protestierte mit der Aktion gegen Massentierhaltung. Die Aktivisten warfen Sachsenmilch vor, Milch aus ganzjähriger Anbindehaltung zu beziehen und damit Tierleid zu fördern.
Sachsenmilch Leppersdorf beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen bezeichnet sich als einen der modernsten milchverarbeitenden Betriebe Europas. Jährlich verarbeitet die Molkerei laut eigener Mitteilung etwa 1,7 Milliarden Kilogramm Milch zu Produkten wie Milch, Butter, Joghurt oder Käse.
