Süßwarenindustrie Lebkuchenhersteller starten Weihnachtsproduktion im Sommer

Die deutschen Lebkuchenhersteller haben die Produktion von Weihnachtsgebäck bereits mehr als drei Monate vor der Adventszeit begonnen. Die ersten Lebkuchen kommen schon Ende August in die Supermarktregale. Denn im September und Oktober wird ähnlich viel Weihnachtsgebäck verkauft wie in den Wintermonaten.

Dienstag, 05. August 2025, 09:38 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Noch steht Eis bei vielen Menschen hoch im Kurs. Doch das Weihnachtsgebäck steht schon in den Startlöchern. Wieso kommt es weit vor Beginn der Adventszeit in den Handel? Bildquelle: Getty Images

Die deutschen Lebkuchenhersteller haben die Produktion von Weihnachtsgebäck bereits mehr als drei Monate vor der Adventszeit gestartet. Bei Lebkuchen Schmidt in Nürnberg arbeiten die Backstraßen derzeit an sechs Tagen pro Woche rund um die Uhr. Auch in den Werken der Aachener Lambertz-Gruppe herrscht von Juni bis August Hochbetrieb. Die ersten Lebkuchen, Stollen und Zimtsterne kommen schon Ende August in die Supermarktregale.

Der frühe Verkaufsstart ist nach Angaben des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels seit Jahren üblich, weil die Nachfrage vorhanden ist. Mit dem Ende der Urlaubszeit wächst bei vielen Menschen die Vorfreude auf die ruhigere Winterzeit, wie Geschäftsführer Philipp Hennerkes mitteilt. „Die Erfahrungen zeigen, dass im September und Oktober ähnlich viel verkauft wird wie im November und Dezember“, sagt er. Der Konsumentenforscher Carsten Leo Demming von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn beobachtet, dass sich Weihnachtsgebäck besonders gut bei grauem Himmel verkauft.

Produktion von Weihnachtsgebäck geht leicht zurück

Die 75 deutschen Hersteller produzierten im vergangenen Jahr 81.000 Tonnen Lebkuchen, Honigkuchen und ähnliche Gebäcke. Dies bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Jahr 2023, als die Produktion noch bei 86.800 Tonnen lag. Ein Viertel der Weihnachtsspezialitäten geht nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) in den Export. Ein wichtiger Absatzmarkt ist dabei Osteuropa, wo Lebkuchen das ganze Jahr über verzehrt werden, wie Lambertz-Inhaber Hermann Bühlbecker mitteilt. Der wichtigste Absatzmarkt bleiben aber Deutschland und die europäischen Nachbarländer. Dort kaufen die Menschen Lebkuchen, Stollen und Printen hauptsächlich im November und Dezember. Auch Lebkuchen Schmidt macht nach eigenen Angaben seinen Hauptumsatz in den letzten drei Monaten des Jahres.

Vorsichtig bei neuen Trends

Die deutschen Verbraucher sind bei Weihnachtsspezialitäten wenig experimentierfreudig. „Erhebliche Modifikationen an der Produkt-Charakteristik und gar an den Rezepturen werden nicht akzeptiert“, sagt Bühlbecker. Lebkuchen Schmidt-Betriebsleiter Dirk Kuen berichtet zwar von einer steigenden Nachfrage nach Bio- und veganen Produkten. Bei dem klassischen Nürnberger Lebkuchen geht der Hersteller aber vorsichtig mit neuen Trends um. Die Entwicklung eines neuen Lebkuchens kann nach seinen Angaben bis zu zwei Jahre dauern. Extreme Geschmacksrichtungen wie Chili oder die Dubai-Schokolade lehnt der Hersteller ab. „Das würde nicht zu unserem Lebkuchen passen“, sagt Kuen.

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