Der Gemüseverarbeiter Spreewaldkonserve baut nach der diesjährigen Gurkenernte 200 Arbeitsplätze ab. Das Unternehmen schreibt nach eigenen Angaben jährlich zweistellige Millionenverluste und stellt den Ganzjahresbetrieb auf einen reinen Saisonbetrieb für Gurken um. Darüber informierte Geschäftsführer Till Alvermann.
Schließung des Werks in Golßen vom Tisch
Der Konzern will den Standort Schöneiche aufgeben. Die Produktion im Traditionsstandort Golßen bleibt dagegen bestehen. „Golßen ist die Urstätte der Spreewaldgurke. Das war mir vorher nicht bewusst, sonst hätten wir das gleich berücksichtigt“, so Alvermann. Noch im Januar hatte das Unternehmen eine Schließung des Werks in Golßen vorgesehen.
Ende des Jahres werden nach Angaben von Alvermann noch etwa 60 Festangestellte beschäftigt sein. In der kommenden Saison sollen es dann 30 sein. „Wir müssen wieder in die schwarzen Zahlen kommen“, begründete der Manager die Einschnitte. Das bisherige Geschäftsmodell sei nicht mehr tragbar.
Alvermann sieht Mindestlohn als Risiko
Der Gemüseverarbeiter gehört seit 2021 zum französischen Lebensmittelkonzern Andros. Bislang produzierte das Unternehmen neben Gurken auch Rote Bete, Rotkohl und Sauerkraut. Die Haupterntezeit für die Gurken liegt im Juli und August. Die Saison endet im Oktober.
Till Alvermann sieht die geplante Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns kritisch. Der Manager befürchtet, dass die in Deutschland produzierten Gurken dann im Wettbewerb mit günstigeren ausländischen Produkten teurer werden müssten. Der Mindestlohn soll in zwei Stufen von derzeit 12,82 Euro auf 14,60 Euro zum 1. Januar 2027 steigen.