Der Deutsche Weinbauverband hat sich auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung personell neu aufgestellt. Außerdem machte der Verband auf die wirtschaftlichen Herausforderungen im deutschen Weinbau aufmerksam.
Neue Präsidiumsmitglieder stehen für Vielfalt
Luise Antonie Böhme aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut und Dietrich Rembold aus Württemberg ziehen neu in das Präsidium ein. Böhme ist die erste Frau, die in der 151-jährigen Geschichte des Verbands diese Position einnimmt. „Die beiden stehen exemplarisch für die Vielfalt im deutschen Weinbau“, erklärte Generalsekretär Christian Schwörer. Sie repräsentierten sowohl familiengeführte Betriebe im Generationswechsel als auch genossenschaftliche Erfahrung und brächten weinbauliche Expertise in das Präsidium ein.
Präsident Schneider zeichnet ein alarmierendes Bild
Präsident Klaus Schneider zeichnete in seiner Grundsatzrede ein alarmierendes Bild der aktuellen wirtschaftlichen Lage vieler Weingüter. Steigende Kosten, Konsumzurückhaltung und zunehmende Bürokratie bringen viele Betriebe an ihre Belastungsgrenzen. Besonders kritisch sieht der Verband die geplante Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro. „Eine Erhöhung auf 15 Euro können wir nicht akzeptieren“, so Schneider.
Weinbauverband fordert Rotationsbrache
Der Weinbauverband fordert zudem die Einführung der Rotationsbrache. Diese soll es Betrieben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ermöglichen, flexibel zu reagieren, den Markt zu entlasten und gleichzeitig ökologische Ziele zu verfolgen. Trotz positiver Rückmeldungen aus der Branche und Teilen der Politik steht die konkrete Umsetzung nach Angaben des Verbands noch aus.
Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierte ein Podium über die zukünftige Ausgestaltung des geografischen Herkunftsschutzes. Die Teilnehmer thematisierten bürokratische Hürden, unklare Zuständigkeiten und praktische Probleme in der Umsetzung. Der Verband betonte, wie notwendig politische Unterstützung ist, damit die Herausforderungen im europäischen Weinbau bewältigt werden können.
