Der Fischsommelier-Lehrgang 2026 steht vor dem Aus. Bis Mitte Januar müssen sich mindestens sieben weitere Teilnehmer anmelden, damit der Kurs stattfinden kann. Bislang liegen lediglich 15 Anmeldungen vor. Darüber informierte Ralf Forner, Koordinator des Lehrgangs. Sollte die Mindestteilnehmerzahl von 22 Personen nicht erreicht werden, droht nicht nur die Absage des diesjährigen Kurses, sondern möglicherweise das endgültige Ende der Fortbildung mit IHK-Abschluss. Die sei europweit einzigartig.
Kleine Gruppe bisheriger Absolventen
Forner, ehemaliger Geschäftsleiter von Transgourmet Seafood in Bremerhaven, hatte den Lehrgang 2017 initiiert und koordiniert ihn seitdem. Bisher seien die Kurse stets ausgebucht gewesen, teilweise mit Wartelisten. Für die Qualität der Fortbildung spricht aus seiner Sicht: Seit 2017 haben lediglich 193 Personen die Prüfung zum Fischsommelier bestanden, darunter etwa die Hälfte Frauen. Die Durchfallquote liegt bei 10 bis 15 Prozent.
Als Grund für die erstmals dramatisch niedrige Nachfrage nennt Forner die wirtschaftliche Lage. Viele Firmen müssten stärker auf ihre Ausgaben achten. Die Teilnahme kostet rund 5.000 Euro, die in der Regel die Arbeitgeber übernehmen. „Wer die Prüfung besteht, gilt als hervorragend qualifizierter Fischbotschafter, der den aktuellen Stand des Wissens rund um Fische und Meeresfrüchte auf höchstem Niveau vermitteln kann“, so Forner.
Zehn Themen-Module wereden aufgegriffen
Der Lehrgang richtet sich an Interessierte aus Handel, Industrie und Gastronomie, die bereits fundierte Kenntnisse in Sachen Fisch und Seafood mitbringen. Die Teilnehmer absolvieren mehr als 50 Stunden Unterricht, stundenlange Praxisübungen im Sensoriklabor des Technologie- und Transferzentrums Bremerhaven sowie in der Lehrküche von Transgourmet Seafood. Hinzu kommt ein intensives Selbststudium von knapp 1.500 Seiten Skript. Am Ende stehen drei Prüfungen: eine schriftliche, eine sensorische und eine mündlich-praktische.
Zehn Themen-Module werden während des Lehrgangs behandelt, darunter Nachhaltigkeit und Fisch, Sensorik und Fisch sowie neue Technologien in der Fischzucht. Zu den Referenten zählen unter anderem Imke Matuliat vom Technologie- und Transferzentrum, Dr. Gerd Kraus, Leiter des Thünen-Institutes für Seefischerei, und Björn Suchow vom Alfred-Wegener-Institut.
