Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) hat bei seiner Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main Nachwahlen zum Präsidium vorgenommen. Matthew Glenn, Geschäftsführer von Campari Deutschland, und Markus Kramer, Geschäftsführer von William Grant & Sons Deutschland, wurden als neue Präsidial-Mitglieder gewählt.
Abschied von Christof Queisser und Andrea Neri
Thomas Ernst, Geschäftsführender Gesellschafter von August Ernst, bleibt Präsident des BSI. Nicole Ehlen von Beam Suntory Deutschland und Torsten Römsch von Mast-Jägermeister Deutschland fungieren als seine Stellvertreter. Diese drei Personen bilden den BSI-Vorstand.
Christof Queisser, der von 2013 bis März 2025 dem Gremium angehörte und von 2015 bis 2017 BSI-Präsident war, sowie Andrea Neri, der von 2023 bis 2025 Mitglied war, schieden aus dem Präsidium aus. Beide haben laut BSI seit Anfang 2025 neue berufliche Aufgaben übernommen.
Experte Heim bestätigt Trend zu weniger Alkohol
Im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung sprachen mehrere Experten über Zukunftsthemen. Prof. Dr. Stephan Bierling von der Universität Regensburg analysierte den amerikanisch-chinesischen Konflikt und dessen Folgen für Europa. Er prognostizierte: Washington und Peking würden um Europa und Deutschland werben. Denn wer sie auf seine Seite ziehen könne, habe die besseren Karten in diesem Konflikt.
Andreas Heim von Nielsen IQ, dort Senior Client Executive Customer Success, stellte Daten zum Spirituosenmarkt vor und verwies auf Herausforderungen wie Kaufzurückhaltung und steigende Kosten. Er betonte zudem den Trend zu alkoholreduzierten und alkoholfreien Produkten. Diese treffen nach Einschätzung des Experten den aktuellen Zeitgeist.
BSI-Präsident fordert mehr Planungssicherheit
Andreas Steinle, Geschäftsführer von Zukunftsinstitut Workshop, befasste sich mit Zukunfspotenzialen und ging hier vor allem auf Künstliche Intelligenz ein. Diese könne neue Brücken im Vertrieb und Marketing bauen.
BSI-Präsident Thomas Ernst unterstrich in seiner Rede die wachsenden Herausforderungen für die Spirituosenbranche. Er forderte von der Bundesregierung Maßnahmen für einen stärkeren Wirtschaftsstandort Deutschland. Ernst hob hervor, wie bedeutsam Freiräume für Wertschöpfung, stabile Rahmenbedingungen und insbesondere Planungssicherheit seien.
Der BSI vertritt nach eigenen Angaben rund 80 Prozent des gesamten Spirituosenmarkenumsatzes in Deutschland. Zu seinen Mitgliedern zählen sowohl traditionelle Familienunternehmen als auch internationale Konzerne und junge Hersteller von Craft Spirits.
