Ausländische Unternehmen bewerten den Wirtschaftsstandort Deutschland trotz hoher Kosten und Überregulierung überwiegend positiv. Rund 60 Prozent der befragten Firmen bescheinigen Deutschland eine gute Infrastruktur sowie gute wissenschaftliche Einrichtungen und Produktionsbedingungen, wie aus einer Studie der bundeseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) hervorgeht.
Die wirtschaftliche Stabilität und das Marktpotenzial zählen zu den größten Stärken des Standorts, wie 14 Prozent der befragten Unternehmen angaben. Jeweils 10 Prozent der Firmen nannten die Verfügbarkeit von Fachkräften und die funktionierenden Lieferketten als Pluspunkte. Die Innovationskraft (8 Prozent) und die vorteilhafte geografische Lage (7 Prozent) wurden ebenfalls positiv hervorgehoben.
Als größte Schwäche des Standorts Deutschland bewerteten 14 Prozent der Unternehmen die hohen Betriebs- und Lohnkosten. Sprachliche und kulturelle Unterschiede (9 Prozent), Überregulierung (8 Prozent) sowie die hohe Steuer- und Abgabenlast (7 Prozent) zählen laut der Studie zu den weiteren Nachteilen.
GTAI befragt 1.800 ausländische Unternehmen
Für die Untersuchung befragte GTAI zwischen September 2023 und August 2024 rund 1.800 Unternehmen aus Großbritannien, Frankreich, den USA, Japan und Südkorea. Die befragten Manager verbinden Deutschland vor allem mit wirtschaftlicher Stärke und Stabilität. „Eine so breite und umfassende Studie zum Standort Deutschland gab es bisher noch nicht“, teilte GTAI-Geschäftsführerin Julia Braune mit.
Die Ergebnisse der GTAI-Studie stehen im Kontrast zu einer Umfrage des Ifo-Instituts unter deutschen Wirtschaftsexperten. Diese sehen den Standort Deutschland nur im europäischen Mittelfeld. Fast 80 Prozent der befragten Experten sind der Meinung, Deutschland sei in den vergangenen zehn Jahren weniger attraktiv geworden.
