Jahrestagung Fleischwirtschaft Fleischkonsum in Deutschland steigt erstmals wieder an

Die Deutschen haben 2024 wieder mehr Fleisch gegessen. Der Pro-Kopf-Verzehr stieg um 300 Gramm auf 53,2 Kilogramm. Besonders Geflügelfleisch wird immer beliebter. Das wurde auf der Jahrestagung zweier Verbände der Fleischwirtschaft bekannt.

Mittwoch, 14. Mai 2025, 09:47 Uhr
Theresa Kalmer
Zwar liegt der Fleischverzehr in Deutschland am unteren Ende in der Europäischen Union, er ist aber im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen. Bildquelle: Getty Images

Der Fleischkonsum in Deutschland ist im Jahr 2024 erstmals seit Jahren wieder leicht gestiegen. Die Verbraucher verzehrten durchschnittlich 53,2 Kilogramm Fleisch pro Kopf – 300 Gramm mehr als im Vorjahr. Darüber informierten der Bundesverband Deutscher Wurst- & Schinkenproduzenten (BVWS) und der Verband der Fleischwirtschaft (VdF) auf ihrer Jahrestagung. 

Schweinefleisch weiterhin beliebteste Fleischart

Schweinefleisch blieb mit 28,4 Kilogramm pro Kopf die beliebteste Fleischart. Der Verbrauch ging aber im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Der Verzehr von Rindfleisch stagnierte bei 9,3 Kilogramm. Deutlich zulegen konnte Geflügelfleisch mit einem Plus von 500 Gramm auf 13,6 Kilogramm pro Kopf. Der Konsum von Wurst und Schinken blieb mit 26 Kilogramm pro Kopf stabil. Schaf- und Ziegenfleisch machten 0,5 Kilogramm aus. Weitere 1,4 Kilogramm entfielen auf andere Fleischarten wie Innereien, Wild und Kaninchen.

Fleischerzeugung mit 6,9 Millionen Tonnen Schlachtgewicht

Die Fleischerzeugung in Deutschland legte 2024 um 1,4 Prozent auf 6,9 Millionen Tonnen Schlachtgewicht zu. Bei den Schweineschlachtungen stieg die Zahl erstmals seit Jahren wieder um 500.000 Tiere auf 44,6 Millionen Stück. Dabei nahm ausschließlich die Schlachtung inländischer Tiere zu, während die Zahl ausländischer Schlachttiere auf 1,4 Millionen zurückging. Die Rinderschlachtungen blieben mit rund 3 Millionen Tieren nahezu unverändert. Die Zahl der gehaltenen Rinder sank allerdings auf einen Tiefstand von 10,46 Millionen Stück.

Wurstproduzenten steigern Produktion leicht

Die Produktion von Wurstwaren entwickelte sich 2024 leicht positiv. DEnn die Herstellung stieg um 0,4 Prozent auf 1,38 Millionen Tonnen. Der durchschnittliche Abgabepreis erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 6,75 Euro pro Kilogramm. Brühwürste wie Würstchen und Lyoner bildeten mit 869.000 Tonnen die größte Produktgruppe. Die Rohwurstproduktion sank dagegen leicht auf 334.500 Tonnen; die Kochwurstherstellung ging auf 172.400 Tonnen zurück.

Die überwiegend mittelständisch geprägte Verarbeitungsindustrie litt 2024 unter hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie steigenden Löhnen bei gleichzeitigem Arbeitskräftemangel. Massive Kostensteigerungen erschwerten es den Unternehmen nach Darstellung der beiden Verbände, ihre Produkte zu angemessenen Preisen anzubieten. Nach den starken Preissteigerungen für Lebensmittel in den Jahren 2022 und 2023 ging die Teuerungsrate 2024 auf 1,9 Prozent zurück.

Fleischbranche leidet unter Exportverboten

Ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche Anfang 2025 führte dazu, dass nahezu alle Drittlandsmärkte außerhalb der EU die Einfuhr von Fleisch und Fleischerzeugnissen aus Deutschland verboten haben. Besonders die Sperrung des britischen Marktes verursachte erhebliche Erlöseinbußen. Seit Mitte April 2025 gilt Deutschland laut der Welttiergesundheitsorganisation WOAH zwar wieder als seuchenfrei, aber viele Länder heben die Sperren nur zögerlich auf.

Die Verbände fordern von der neuen Bundesregierung einen Abbau bürokratischer Lasten. „Es ist dringend notwendig, dass jetzt schnell gehandelt wird - insbesondere beim Tierhaltungskennzeichnungsgesetz“, appellierte VDF-Hauptgeschäftsführer Steffen Reiter an den neuen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Das Gesetz sei in seiner jetzigen Form nicht praxisgerecht und müsse kurzfristig ausgesetzt und überarbeitet werden. BVWS-Geschäftsführer Horst Koller forderte zudem eine Streichung des nationalen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes und eine Reduzierung der Berichtspflichten auf wesentliche Kennzahlen.

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