Ungewöhnliche Aktion von True Fruits Erste Hinweise auf Vermisste nach Smoothieflaschen-Kampagne

Am Montag hat der Smoothiehersteller True Fruits eine aufsehenerregende Kampagne gestartet: Fotos von Inga Gehricke und Lars Mittank finden sich seitdem auf Flaschen in mehr als 30.000 Supermärkten. Nun hat der Kampagnen-Koordinator und Berliner Rechtsanwalt Steffen Tzschoppe erste Hinweise bestätigt.

Freitag, 08. November 2024, 10:55 Uhr
Thomas Klaus
Ungeklärte Schicksale: True Fruits will zur Aufklärung zweier Vermisstenfälle beitragen.

Der Smoothiehersteller True Fruits hat eine ungewöhnliche Kampagne gestartet, um auf zwei langjährige Vermisstenfälle aufmerksam zu machen. Seit dem 4. November verkaufen mehr als 30.000 Supermärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz Smoothieflaschen mit Fotos der seit etwa zehn Jahren vermissten Inga Gehricke und Lars Mittank. 

Nun hat der Kampagnen-Koordinator und Berliner Rechtsanwalt Steffen Tzschoppe bestätigt, dass erste Hinweise eingegangen seien. Darunter seien auch wertvolle, die von der Polizei abgearbeitet werden müssten.

True Fruits erhöht Belohnungen deutlich

Neben Bildern der Vermissten zum Zeitpunkt ihres Verschwindens zeigen die Flaschen auch computergenerierte Darstellungen, wie Inga und Lars heute aussehen könnten. True Fruits will mit dieser Aktion die so genannten Cold Cases wieder ins öffentliche Bewusstsein rücken und hofft auf neue Hinweise.

True Fruits erhöht zudem die Belohnungen für entscheidende Hinweise. Im Fall Inga Gehricke verdoppelt das Unternehmen den von der Polizei ausgesetzten Betrag auf 50.000 Euro. Für Informationen zu Lars Mittank legt der Smoothiehersteller 10.000 Euro zu den bereits ausgeschriebenen 40.000 Euro hinzu.

Fahndungsaktion ist nicht neu

Die Idee, Alltagsprodukte für Fahndungen zu nutzen, ist nicht neu. Bereits in den 1980er Jahren bedruckten Unternehmen in den USA Milchpackungen mit Fotos vermisster Kinder. Obwohl die genaue Zahl der dadurch gefundenen Kinder nicht bekannt ist, gab es Fälle erfolgreicher Zusammenführungen von Familien. In einem Fall erkannte sich sogar ein siebenjähriges Kind selbst auf einem Milchkarton wieder.

Laut Bundeskriminalamt meldeten Angehörige allein im Jahr 2023 rund 16.500 Kinder bis einschließlich 13 Jahre in Deutschland als vermisst. Obwohl sich 15.800 dieser Fälle im Laufe des Jahres aufklärten, bleiben einige Vermisstenfälle jahrelang ungeklärt - so wie die von Inga Gehricke und Lars Mittank.

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