Der Verein Campact hat eine bundesweite Kampagne gegen den Molkerei-Unternehmer Theo Müller gestartet. Mit Plakaten und Großprojektionen protestiert die Organisation gegen dessen Nähe zur AfD-Vorsitzenden Alice Weidel. Zum Beispiel zeigte der Verein in Berlin ine Projektion nahe dem Alexanderplatz. Bereits in der Vergangenheit hatte Campact Aufkleber herausgegeben, die Kritiker auf Müller-Produkte kleben konnten. Proteste hatte es auch schon anderer Seite gegeben, etwa von der so genannten Neuen Generation.
FAZ: Müller hat rechtliche Schritte eingeleitet
Theo Müller hatte seine Kontakte zu Weidel in der Vergangenheit bestätigt. Vor zwei Jahren sagte er in einem Interview der „Neuen Zürcher Zeitung“, dass er Weidel bereits seit mehreren Jahren kenne und sie öfter treffe. Weidel sei „eine Freundin“, erklärte der heute 86-Jährige damals. Weidel hatte ihrerseits in einer RTL-Sendung erklärt, dass sie sich einen Unternehmer wie Müller in der Regierung vorstellen könne.
Die Unternehmensgruppe Theo Müller äußerte sich zunächst nicht offiziell zu der Aktion. Allerdings berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ), dass Müller inzwischen rechtliche Schritte gegen Campact eingeleitet habe. Kern ist demnach, dass eine persönliche Freundschaft von der Frage zu trennen sei, ob eine Partei tatsächlich unterstützt werde. Wie es in der Zeitung heißt, ist Müller seit 30 Jahren CSU-Mitglied und habe niemals für die AfD gespendet.
Campact hat 2024 Rekordeinnahmen erzielt
Nach Angaben von Campact sollen rund 28.000 Plakate in 14 Städten aufgehängt werden. Zudem plant der Verein Großprojektionen in acht Städten. „Hintergrund der Kampagne sind diverse Treffen mit Alice Weidel und AfD-Sympathiebekundungen von Theo Müller“, teilte Campact mit. Der Verein bezeichnet sich selbst als „Kampagnen-Organisation zur Verteidigung der Demokratie“.
Campact wurde 2004 in Verden an der Aller in Niedersachsen gegründet und sitzt inzwischen in Berlin. Ziel sei das Organisieren von politischem Druck für eine aus Vereinssicht fortschrittliche und demokratische Politik, etwa durch Online-Petitionen, Demonstrationen und lokale Aktionen. Nach dem eigenen Transparenzbericht erzielte Campact 2024 Einnahmen in Höhe von 24,63 Millionen Euro und somit so hohe wie noch nie in der Geschichte. Der Verein hat rund 125 hauptberuflich Beschäftigte.
Campact erhält nach eigenen Angaben „weder direkt noch indirekt Geld vom Staat – also keine Steuergelder, keine Förderprogramme, keine Drittmittel“. Campact war 2019 der Status der Gemeinnützigkeit aberkannt worden, mit der Folge, dass Spenden an den Verein nicht mehr steuerlich absetzbar sind.