Agrarwirtschaft Körnermais wird knapp

In diesem Jahr wird in Deutschland so wenig Körnermais geerntet, wie seit fünf Jahren nicht mehr, schätzt Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV), Guido Seedler. Mit den hohen Gaspreisen sei die Trocknung des Mais zudem stark verteuert worden.

Donnerstag, 20. Oktober 2022 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Körnermais wird knapp
Bildquelle: Unsplash/Markus Spiske

„Wir gehen von einem enttäuschenden Ernteergebnis in Höhe von 3,6 Millionen Tonnen aus. Ein noch schlechteres Ergebnis wurde zuletzt im Dürrejahr 2018 eingefahren“, erklärt Seedler. Vergangenes Jahr sei die Erntemenge mit 4,4 Millionen Tonnen noch um 20 Prozent höher ausgefallen.

Durch die enorme Hitze im Juli und August habe der Mais stark gelitten und Bestände seien vielmals notreif geerntet worden oder gar vertrocknet. Selten wären ertragsstarke Maiskolben ausgebildet worden. Hinzukommend leide die Branche unter den hohen Kosten des Trocknungsverfahrens, beim dem in der Regel Gas zum Einsatz kommt. Zwar sei der Mais durch die hohen Temperaturen in diesem Jahr deutlich trockener als im Mittel der Vorjahre eingefahren worden, jedoch müsse er weiter auf 14,5 Prozent Feuchtigkeit getrocknet werden, um im Lager nicht zu verderben.

„Die geplante Gaspreisbremse bis Frühjahr 2024 dürfte helfen, die extreme Kostensituation für die Branche zumindest ein wenig abzufedern. Diese Ankündigung muss jetzt schnell umgesetzt werden“, so Seedler. Auch in dem führenden Anbauland für Körnermais, den USA, sei mit geringerer Ernte zu rechnen. Dementsprechend sei von weltweiter Körnermais-Knappheit auszugehen. Die Nachfrage soll deshalb Experten zufolge in diesem Jahr über dem Angebot liegen.

Überraschend gute Ernte werde trotz des Kriegs in der Ukraine eingefahren. Diese gelangt gegenwärtig auch auf den Markt. Durch den Korridor im Schwarzen Meer sowie über alternative Routen per Schiff über die Donau, LKW oder Eisenbahn würden davon beinahe Transportmengen des Vorkriegsniveaus auf den Markt gelangen. „Das Abkommen über Exporte durch das Schwarze Meer läuft Ende November aus. Fraglich ist, ob und unter welchen Bedingungen es verlängert, wird“, gibt Guido Seedler zu bedenken.

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