Mittelstand Kuchenmeister fordert Umdenken der Politik

Der nächste offene Brief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck: Diesmal schreibt Kuchenmeister-Geschäftsführer Hans-Günter Trockels einen Brandbrief nach Berlin. Die politischen Entscheidungen seien bislang weder sozial noch wirschaftlich vertretbar.

Freitag, 23. September 2022 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
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Einer der wichtigsten Sätze im Brief an den Minister schreibt Trockels zum Schluss: „Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass Sie die Mehrkosten für Energie und Rohstoffe an den Endverbraucher im Binnenmarkt akzeptieren und nur in Drittmärkten die Mehrkosten abfedern wollen, da dort eine Konkurrenzsituation mit Unternehmen zu erwarten ist, die von der Energiekrise unberührt bleiben. Sie gehen davon aus, dass im Binnenmarkt die Mehrkosten vom Verbraucher übernommen werden. Diese Denkweise führt zu einem Rückgang des Konsums an Backwaren und bei vielen Verbrauchern zu
einem Verzicht auf den Verzehr von Feinbackwaren. Diese politische Entscheidung ist weder sozial noch wirtschaftlich vertretbar“.

Trockels fordert ein Umdenken und Nachdenken der Regierungspolitik und betont: „Die wirtschaftlich prekäre Situation der gesamten deutschen Wirtschaft beruht nicht auf einem Fehlverhalten der verantwortlichen Führungskräfte, sondern ist ausschließlich auf Entscheidungen der verantwortlichen Politikerinnen und Politiker zurückzuführen“.

Kuchenmeister setzt sich für eine gerechte Verteilung von Energiehilfen des Bundes ein, denn die von der Bundesregierung erarbeitete Aufstellung der Wirtschaftsbranchen für die Beihilfen schließt viele energieintensive mittelständische und kleine Backbetriebe von dem Förderungsprogramm aus.

Aufgrund der steigenden Energiepreise und der drohenden Kostenexplosion wurde durch die Bundesregierung das sogenannte „Energiekostendämpfungsprogramm“ entwickelt. Ziel dieses Programms ist die Kompensation der Mehrkosten für Energie für die Unternehmen. Die Beihilfefähigkeit wurde auf Grundlage von der Europäischen Kommission ermittelten Energie und Handelsintensität für die einzelnen Industriezweige festgelegt. Der Industriezweig der Dauerbackwaren wird demzufolge vom Bund unterstützt, der Industriezweig der Herstellung von Backwaren inkl. kleiner Bäckereien wird jedoch nicht unterstützt.

Die von der Europäischen Kommission ermittelten Daten der Energieintensität und der Handelsintensität passen zu den wenigsten in Deutschland produzierenden Backunternehmen. Aus Berechnungen von wissenschaftlichen Instituten und Gesprächen mit anderen Backunternehmen wissen wir, dass die angesetzten Intensitätswerte deutlich höher liegen als angenommen, heißt es in einer Mitteilung aus Soest.

Kuchenmeister hat auf diese Problematiken bereits an mehreren Stellen des Bundestags aufmerksam gemacht und seine Argumentation mit detaillierten Rechnungen und Kostenaufstellungen begründet. Da sich die Energiesituation zuspitze und alle Unternehmer im Backwarenbereich auch eine soziale und wirtschaftliche Verantwortung ihren Mitarbeitenden gegenüber hätten, hat sich Trockels für einen offenen Brief an den Bundeswirtschaftsminister entschieden.

 

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