Nestlé-Ernährungsstudie Drei Viertel der Verbraucher wollen Klimalabel

Trotz Corona-Pandemie ist das Thema klimafreundliche Ernährung bei den Bundesbürgern nicht vom Tisch. Vier von fünf Befragten fordern laut einer Nestlé-Studie schnelle und umfassende Maßnahmen. Knackpunkte bleiben aber Fleisch sowie Milch und Käse.

Dienstag, 01. Juni 2021 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
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Der Kampf gegen den Klimawandel hat für die Menschen in Deutschland höchste Priorität. Darin ist sich die Bevölkerung über alle Alters-, Geschlechts-, Bildungs- und Einkommensgruppen hinweg einig und sieht sich auch selbst in der Pflicht, zu handeln. Aber: Die Zusammenhänge zwischen Klimaschutz und Ernährung sind vielen Menschen noch nicht hinreichend klar. Und auch bei der praktischen Umsetzung einer klimafreundlicheren Ernährung gibt es große Informationslücken und den Wunsch nach Orientierung. Drei Viertel der Befragten spricht sich daher für ein Klimalabel bei Lebensmitteln aus: Dies ist ein Ergebnis der Nestlé-Studie 2021 „So klimafreundlich is(s)t Deutschland“. Im März 2021 wurden hierfür 2.511 Bürger zwischen 14 und 84 Jahren online befragt. Die Studie stellte Nestlé gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach in Frankfurt am Main vor.

„Unser Ziel ist es, die Verbraucher durch die Studie noch besser zu verstehen und klimabewusste Ernährung für sie einfach und erkennbar zu machen. Etwa indem wir ihnen mit pflanzlichen Produktalternativen abwechslungsreiche Angebote für klimafreundlichere Mahlzeiten machen und klimaneutrale Produkte transparent kennzeichnen. Wichtig ist dafür eine europäische Lösung - ein einheitliches Vorgehen mit klarer Methodik, um den Menschen eine vergleichbare Kennzeichnung mit echtem Mehrwert zu bieten", sagt Marc Boersch, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland AG.

Neben mehr Aufklärung, Transparenz und Optimierung des Produktportfolios hat sich Nestlé selbst weitreichende Klima-Ziele gesetzt. Zum Schutz des Klimas spricht sich Boersch klar dafür aus, Mensch und Natur im Sinne einer sozialen, ökologischen und humanen Marktwirtschaft in den Mittelpunkt zu stellen. Dazu gehöre auch, zur Unternehmenssteuerung ganz selbstverständlich den ökologischen Fußabdruck von Produkten mithilfe von Ökobilanzen zu messen. „Deshalb haben wir auch in unseren Lieferketten, Prozessen und in unserem Produktportfolio konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht, um bis 2050 als Unternehmen weltweit die Grüne Null zu erreichen", so Boersch weiter.

Rund drei Viertel der Befragten geben an, schon konkret etwas für den Klimaschutz getan zu haben. Am häufigsten achten die Deutschen darauf, sparsam mit Energie umzugehen (84 Prozent) und klimafreundlich einzukaufen (67 Prozent). Das Thema Ernährung rangiert dabei im Mittelfeld: 45 Prozent der Verbraucher geben an, beim Essen und Trinken schon ihr Verhalten geändert zu haben. Für mehr als die Hälfte ist fehlendes Wissen der wichtigste Hinderungsgrund für klimafreundlicheres Verhalten.

Aus Bevölkerungssicht sind Industrie, Müllvermeidung bzw. Recycling, der Verkehrssektor sowie die Strom- und Energieerzeugung die mit Abstand wichtigsten Bereiche, wenn es um den Klimaschutz geht.

Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion werden eine mittlere Relevanz zugesprochen: Jeweils knapp die Hälfte der Bevölkerung hält sie für den Klimaschutz für besonders wichtig. Lediglich 34 Prozent sehen dagegen eine besondere Relevanz von Ernährung und Ernährungsweise. Für die Frage der Klimaverträglichkeit unserer Ernährung hält die Bevölkerung die Produktionsbedingungen nach dieser Erhebung damit für relevanter als die Art der Produkte, die verzehrt werden. Aber: 54 Prozent sind überzeugt, sehr viel für den Fortschritt des Klimaschutzes tun zu können. Ähnlich viele der Befragten (52 Prozent) sehen die Industrie in einer sehr großen Verantwortung.

Spontan gehören für 41 Prozent der Menschen in Deutschland regionale Produkte zu einer klimafreundlichen Ernährung. Erst mit deutlichem Abstand folgt die Einschränkung des Fleischkonsums (20 Prozent). Gleichzeitig können 21 Prozent spontan überhaupt nicht sagen, was sie unter klimafreundlicher Ernährung verstehen.

Klimafreundlichkeit kommt auch als Einkaufskriterium per se eine mittlere Bedeutung zu: 50 Prozent der Befragten halten dies für wichtig, 17 Prozent sogar für sehr wichtig. Gleichzeitig spielen viele Nachhaltigkeitskriterien, die auch für den Klimaschutz wichtig sind, beim Lebensmitteleinkauf aber eine sehr große Rolle, zum Beispiel artgerechte Tierhaltung (38 Prozent sehr wichtig), Mehrwegverpackungen (33 Prozent), Regionalität (28 Prozent) und Saisonalität (25 Prozent). Bio-Produkte rangieren hingegen deutlich weiter hinten (11 Prozent). Die Bedeutung solcher Nachhaltigkeitskriterien beim Lebensmitteleinkauf hat laut Langzeitvergleich des Instituts für Demoskopie Allensbach in der vergangenen Dekade deutlich zugenommen.

In diesem Spannungsfeld kommt einen Klimaladel eine zentrale Bedeutung zu: Rund drei Viertel der Befragten fänden ein Klimalabel auf Lebensmittelverpackungen wichtig bzw. sehr wichtig.

Ganz allgemein bekundet die Mehrheit der Bevölkerung (56 Prozent) große oder sogar sehr große Bereitschaft, ihre Ernährung für den Klimaschutz umzustellen. Drei Viertel würden dafür auch mehr bezahlen. Besonders gering ist aber die Umstellungsbereitschaft, wenn es um den Verzicht auf Fleisch oder tierische Produkte wie Milch oder Käse geht: Für 47 Prozent der Bevölkerung kommt es nicht in Frage, nur wenig tierische Produkte wie Milch oder Käse zu verzehren, weiteren 16 Prozent würde das sehr schwerfallen. 38 Prozent schließen einen weitgehenden Verzicht auf Fleisch aus, weiteren 14 Prozent würde dies schwerfallen.

Gleichzeitig ist die Offenheit für pflanzliche Fleischersatzprodukte in der Bevölkerung insgesamt groß. Rund die Hälfte hat solche Produkte schon gegessen, darunter hat es lediglich 12 Prozent nicht geschmeckt. Weitere 16 Prozent der Bevölkerung können sich vorstellen, solche Produkte zu essen. Eine deutliche Mehrheit der überzeugten Fleischesser (59 Prozent) kann sich allerdings nicht vorstellen, solche Produkte zu konsumieren.

Eine starke Preiserhöhung für Fleisch aus Klimaschutzgründen fände die Hälfte der Befragten in Ordnung, 31 Prozent allerdings ausdrücklich nicht in Ordnung. Nur überzeugte Fleischesser würden dies mehrheitlich ablehnen (60 Prozent). Bei Milchprodukten wären nur 44 Prozent aller Befragten mit einer Preiserhöhung einverstanden.

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