Mögliche Toxin-Belastung Nestlé ruft Nahrung für Säuglinge zurück

Nestlé zieht mehrere Produkte der Marken Beba und Alfamino aus dem Verkauf. In einer Zutat eines Zulieferers könnte das Toxin Cereulid enthalten sein, das Durchfall und Erbrechen auslöst. Bislang sind keine Erkrankungen bestätigt.

Dienstag, 06. Januar 2026, 11:49 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Nestlé ruft vorsorglich bestimmte Säuglingsnahrung zurück. In einer Zutat eines Zulieferers könnte möglicherweise ein Toxin enthalten sein. Bildquelle: Getty Images

Nestlé zieht mehrere Säuglingsnahrungsprodukte aus dem Verkauf. Der Konzern befürchtet, dass in einer Zutat eines Zulieferers das Toxin Cereulid enthalten sein könnte. Das Toxin entsteht durch das Bakterium Bacillus cereus und kann zu Durchfall und Erbrechen führen.

Rückruf bestimmter Chargen in Abstimmung mit den Behörden

Betroffen sind verschiedene Pulver und Flüssigkeiten in Dosen, Schachteln und Flaschen der Marken Beba und Alfamino, wie das Unternehmen mitteilte. Der Konzern rufe in enger Abstimmung mit den zuständigen deutschen Behörden bestimmte Chargen zurück, die in Deutschland verkauft worden seien. „Die Sicherheit und das Wohlbefinden von Säuglingen haben für uns absolute Priorität“, zitierte Nestlé sich selbst in der Mitteilung.

Cereulid kann laut einem Unternehmenssprecher innerhalb von 30 Minuten bis sechs Stunden Erbrechen, Durchfall und ungewöhnliche Müdigkeit auslösen. Zeige das Kind keine dieser Symptome, bestehe kein Grund zur Sorge hinsichtlich gesundheitlicher Auswirkungen. Bislang seien keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr der betroffenen Produkte bestätigt worden, so der Konzern.

Foodwatch fordert vollständige Aufklärung

Eltern, die eines oder mehrere der betroffenen Produkte mit den entsprechenden Chargennummern gekauft haben, sollen ihre Kinder nicht mehr damit füttern. Sie können die Produkte dort zurückgeben, wo sie diese gekauft haben. Den Angaben zufolge erstattet Nestlé den Kaufpreis auch ohne Vorlage des Kassenbons. Sollten Eltern Bedenken hinsichtlich der Gesundheit ihres Kindes haben, rät der Konzern, mit einem Kinderarzt zu sprechen.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte den Rückruf. Sie forderte den Konzern und die zuständige Lebensmittelbehörde auf, alle Informationen zu veröffentlichen. Es seien noch viele Fragen offen, etwa seit wann Nestlé und die Behörden von dem Problem wussten und welche Maßnahmen ergriffen wurden. Die Organisation habe einen Fragenkatalog sowohl an Nestlé als auch an die zuständigen Behörden in Hessen geschickt. Zudem forderte Foodwatch erneut eine Reform des Unternehmensstrafrechts. Bei schwerwiegenden Verstößen müsse es Sanktionen und Geldstrafen für Unternehmen geben, die wirklich finanziell abschrecken.

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