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Agrarpolitik Verpflichtende Öko-Regeln?

Lebensmittel Praxis | 21. September 2020
Agrarpolitik: Verpflichtende Öko-Regeln?
Bildquelle: CDU Rheinland-Pfalz

Deutschland setzt sich bei den Verhandlungen über die künftige EU-Agrarpolitik für festgelegte Umweltschutz-Vorgaben ein, die Landwirte erreichen müssen. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU, Foto) legte am Montag bei einem Treffen mit ihren EU-Kollegen Brüssel einen entsprechenden Kompromissvorschlag vor: „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Öko-Regelungen verpflichtend sein müssen.“

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Zudem sollten die EU-Staaten einen Mindestanteil der Direktzahlungen, die an die Bauern gehen, an diese Öko-Regelungen koppeln. Vor allem dagegen regte sich unter den anderen EU-Staaten jedoch Widerstand. Dabei nannte Klöckner mit Blick auf das Mindestbudget noch gar keinen konkreten Wert.

Die EU-Staaten verhandeln derzeit über die gemeinsame Agrarpolitik, für die die EU-Kommission 2018 eine umfangreiche Reform vorgeschlagen hatte. Weil Deutschland noch bis Ende des Jahres die EU-Ratspräsidentschaft innehat, leitet Klöckner die Verhandlungen. Bis Mitte Oktober will sie eine Einigung der EU-Staaten erzielen, über die dann mit dem EU-Parlament verhandelt werden kann.

Derzeit ist die Agrarförderung mit einem Anteil von rund 40 Prozent der größte Posten im EU-Haushalt. Etwa 58 Milliarden Euro fließen pro Jahr an die landwirtschaftlichen Betriebe. Damit soll unter anderem die Lebensmittelversorgung in Europa gewährleistet werden. Ein Großteil des Geldes geht - in der sogenannten ersten Säule - als Direktzahlung an die Landwirte. Ein geringerer Teil geht in der zweiten Säule etwa in Programme für nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung sowie in die Entwicklung des ländlichen Raums.

Klöckner betonte schon zu Beginn der Ratssitzung am Montag, dass es mit Blick auf die Öko-Regelungen Bedenken einiger EU-Staaten gebe. Dazu gehöre die Sorge, dass Mittel aus einem möglichen Mindestbudget für die Öko-Regelungen von den Landwirten nicht abgerufen würden und deshalb verloren gehen könnten. Deshalb schlage Deutschland für die ersten beiden Jahre vor, ungenutztes Geld notfalls in andere Kategorien der Direktzahlungen verschieben zu dürfen. „Wir wollen eine Lernphase in diesen zwei Jahren“, sagte Klöckner.