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Afrikanische Schweinepest Zäune und Suche verstärkt

Lebensmittel Praxis | 21. September 2020
Afrikanische Schweinepest: Zäune und Suche verstärkt
Bildquelle: Getty Images/iStockphoto

Die Suche nach toten Wildschweinen zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) läuft in Brandenburg auf Hochtouren. Ab heute wird sie in der Kernzone des Gefahrengebiets mit speziell ausgebildeten Suchhunden aus Rheinland-Pfalz unterstützt, teilte der Landkreis Oder-Spree mit. Die Zahl der nachgewiesen infizierten Tiere in Brandenburg liegt nun bei 20.

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Nach der Ausbreitung der ASP in Brandenburg ist aus Expertensicht offen, wie lange die Tierseuche die Wild- und Hausschweine in Deutschland gefährden wird. Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas Mettenleiter, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es gibt die ganze Bandbreite.“ Der Chef des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit in Greifswald nannte dafür Beispiele aus mehreren europäischen Ländern wie Portugal oder Spanien, wo das Virus schon seit vielen Jahren existiere.

Das Virus kann Mettenleiter zufolge sehr lange überleben, sogar über Wochen und Monate. Bei niedrigeren Temperaturen bleibe der Erreger länger infektiös als bei höheren: „Deshalb ist die Kadaversuche so wichtig.“

In Brandenburg, wo alle 20 bisher nachgewiesenen Fälle auftraten, wird der Schutz gegen eine weitere Ausbreitung verstärkt. Der erste infizierte Wildschweinkadaver wurde in Schenkendöbern im Kreis Spree-Neiße gefunden. Danach wiesen die Behörden ein Gefahrengebiet mit einem Radius von 20 bis 25 Kilometern aus. Dort gilt ein Jagdverbot.

Ein Kerngebiet, in dem Wald und Landschaft nicht betreten werden dürfen, war nach Bestätigung neuer Fälle bei Neuzelle im Kreis Oder-Spree vergrößert worden. Es hat nach Angaben des Kreises einen Umfang von 58 Kilometern und ist mit einem mobilen Weidezaun eingegrenzt. „Zum allergrößten Teil“ stehe inzwischen auch die Stromversorgung des Zauns. Die noch fehlenden Weidezaungeräte würden heute beschafft und angeschlossen.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Karlheinz Busen forderte wie der Bauern- und Jagdverband in Brandenburg allerdings einen festen Zaun. „Die Kernzone muss hermetisch abgeriegelt werden“, sagte er. Wann der feste Zaun gebaut wird, war nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums Brandenburg noch offen. Ein mobiler Elektrozaun von 120 Kilometer Länge existiert bereits an der Grenze zu Polen im Bereich von Frankfurt (Oder) und der Kreise Oder-Spree und Spree-Neiße – also südlich bis zur brandenburgisch-sächsischen Grenze. Im Bereich des Kreises Spree-Neiße soll er durch einen festen Zaun ersetzt werden.