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Deutscher Bauernverband „Versorgungslücke bei Obst und Gemüse“

Lebensmittel Praxis | 01. April 2020
Deutscher Bauernverband: „Versorgungslücke bei Obst und Gemüse“
Bildquelle: Gero Breloer / DBV

Einige Obst- und Gemüsesorten drohen dem Deutschen Bauernverband zufolge wegen des Einreisestopps für Saisonarbeiter knapp zu werden. „Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist nicht gefährdet, dennoch kann es durchaus bei verschiedenen Kulturen im Obst- und Gemüsebereich zu Versorgungslücken kommen“, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied (Foto) der Deutschen Presse-Agentur. Ministerin Julia Klöckner signalisierte inzwischen ein Entgegenkommen.

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Pro Jahr arbeiten dem Bauernverband zufolge normalerweise rund 300.000 Saisonarbeiter in den deutschen Agrarbetrieben. Das Bundesinnenministerium hat vergangene Woche einen Einreisestopp erlassen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das treffe vor allem Obst-, Gemüse- und Weinbauern, aber auch größere Betriebe in der Tierhaltung „sehr hart“, sagte Rukwied. Der Einreisestopp müsse daher „so kurz wie möglich“ gehalten werden.

„Wir werden auf Saisonarbeiter nicht verzichten können“, sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner am heutigen Mittwoch im „ARD-Morgenmagazin“. Die Landwirte seien in großer Not. Es ginge jetzt darum, den Zielkonflikt zwischen Infektionsschutz und Erntesicherung zu lösen. „Wir müssen eine Lösung finden, wir können die Bauern hier nicht hängenlassen“, betonte die CDU-Politikerin. „Die Landwirte und ihre Mitarbeiter sind systemrelevant.“

Man müsse jetzt Standards für Saisonarbeiter aufstellen, um gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung auszuschließen. Dabei ginge es vor allem um neue Hygienevorschriften. Nur Erntehelfer aus Deutschland einzusetzen, reicht laut Klöckner nicht aus. „Wir müssen es hinbekommen, dass geerntet werden kann.“