Landwirtschaft Getreideernte steigt auf 43,5 Millionen Tonnen

Der Deutsche Bauernverband meldet für dieses Jahr eine höhere Getreideernte als in den Vorjahren. Die Qualität des Getreides hat jedoch unter den anhaltenden Regenfällen gelitten. Besonders der Winterweizen verzeichnet mit 21,7 Millionen Tonnen einen deutlichen Mengenzuwachs.

Dienstag, 19. August 2025, 11:00 Uhr
Manuel Glasfort
Die Mähdrescher haben in diesem Jahr mehr Getreide von deutschen Äckern geholt. Doch die Qualität war mitunter enttäuschend. Bildquelle: Getty Images

Der Deutsche Bauernverband erwartet in diesem Jahr eine Getreideernte von 43,5 Millionen Tonnen. Dies liegt über den Ergebnissen der vergangenen zwei Jahre, wie der Verband mitteilte. Die Qualität der Ernte hat allerdings vielerorts unter wochenlangen Niederschlägen gelitten.

Die Erntemenge von Winterweizen, der wichtigsten Getreidesorte, beträgt nach Angaben des Verbands 21,7 Millionen Tonnen. Im Vorjahr waren es 17,8 Millionen Tonnen. Der Anstieg resultiert aus besseren Erträgen pro Hektar und einer Ausweitung der Anbaufläche.

Eiweißgehalte vielfach unter den üblichen Werten

Die Qualität des Winterweizens ist den Angaben zufolge jedoch teilweise ungenügend. Die Fallzahlen seien nach den anhaltenden Niederschlägen eingebrochen. Die Fallzahl ist ein Maß für die Backfähigkeit von Getreidemehl. Auch die Proteingehalte lägen vielfach unter den üblichen Werten.

„Der anhaltende Niederschlag während der eigentlichen Erntezeit hat auch in diesem Jahr die Arbeit von uns Landwirten erheblich behindert“, zitierte der Verband seinen Präsidenten Joachim Rukwied. Die Mähdrescher hätten teilweise wochenlang stillgestanden. Zudem habe die Trockenheit im Frühjahr im Nordosten des Landes zu Ertragseinbußen geführt.

Bauernverband meldet Zuwächse bei Gerste und Raps

Die Wintergerstenernte liegt mit 9,3 Millionen Tonnen über dem Vorjahreswert von 8,9 Millionen Tonnen. Bei Winterraps stieg die Erntemenge von 3,6 auf 3,85 Millionen Tonnen. Bei anderen Kulturen wie Kartoffeln sowie Obst und Gemüse zeigt sich laut der Mitteilung ein gemischtes Bild. Frühkartoffeln und Kirschen hätten zufriedenstellende Erträge gebracht. Herbstkulturen wie Mais, Zuckerrüben und Kohl profitierten von den Niederschlägen.

Rukwied kritisierte die Preissituation auf den Getreidemärkten als „katastrophal“. In Verbindung mit gestiegenen Betriebsmittelkosten sei der Getreideanbau in Deutschland kaum noch wirtschaftlich. Der Verbandspräsident forderte ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Zudem verschärften Einschränkungen beim Pflanzenschutz die Herausforderungen im Ackerbau. Der Verband basiert seine Erntebilanz nach eigenen Angaben auf Meldungen aus den 18 Landesbauernverbänden.

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