Da in bisher 12 von 80 Proben Listerien nachgewiesen worden sind, wenn auch unterhalb der gesetzlichen Grenzwert-Schwelle, hatte das zuständige Landratsamt zudem einen deutschlandweiten Rückruf sämtlicher Ware angeordnet. Die Infektion mit diesen Bakterien ist für gesunde Erwachsene meist harmlos. Bei Babys, alten Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Listeriose genannte Krankheit jedoch zum Tod führen.
Mitte März war bei einer routinemäßigen Probe im Raum Nürnberg in einem Sieber-Produkt eine deutlich über dem Grenzwert liegende Zahl von gesundheitsgefährdenden Listerien nachgewiesen worden. Nach umfangreichen Untersuchungen sehen das Robert-Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung einen Zusammenhang zwischen dem Sieber-Produkt „Original bayerischen Wammerl“ und einem Ausbruch von Listeriose-Erkrankungen im Jahr 2012 hauptsächlich in Süddeutschland, wobei acht Menschen gestorben sind.
Seit dem Produktionsstopp entgehen Sieber nach eigenen Angaben täglich 100.000 Euro Einnahmen. Im Betrieb lagern fertig produzierte Waren und Rohprodukte im Wert von 1,6 Mio. Euro. Nach wie vor fehle ein behördlicher Bescheid, was damit geschehen solle, so der Unternehmenssprecher. Sieber klagt vor dem Verwaltungsgericht München gegen den Produktionsstopp. Eine Entscheidung steht aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Sieber Nach Produktionsstopp droht Insolvenz
Dem Wurst- und Schinkenhersteller Sieber (120 Mitarbeiter) aus dem oberbayerischen Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) droht nun nach dem behördlich angeordneten Produktionsstopp vom 27. Mai die Insolvenz. „Die Lage ist dramatisch. Uns läuft die Zeit davon“, so ein Unternehmenssprecher.
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