Biohändler Dennree-Gruppe steht hinter Plänen für Zuckersteuer

Die Dennree-Gruppe, zu der auch mehr als 410 Denns-Bio-Märkte in Deutschland und Österreich gehören, begrüßt und unterstützt, dass die Bundesregierung eine Zuckersteuer einführen will. Das sei ein wichtiger Schritt für mehr Gesundheitsprävention. Allerdings bräuchten die Hersteller ausreichend Zeit für Rezepturanpassungen.

Dienstag, 25. August 2026, 10:02 Uhr
Thomas Klaus
Enkeltaugliches Handeln: Die Dennree Gruppe unterstützt eine Zuckersteuer auch aus Verantwortung für nachfolgende Generationen. Bildquelle: Getty Images

Nach Auffassung der Dennree-Gruppe haben freiwillige Maßnahmen bislang nicht ausgereicht, um den Zuckergehalt von süßen Getränken in nennenswertem Maß zu senken. Deshalb steht das Unternehmen hinter den Regierungsplänen für eine Zuckersteuer.

Während das Eigenmarkensortiment von Dennree nach Unternehmensangaben ohnehin nur natürliche Säfte und keine Limonaden umfasst, fordert der Bio-Händler für die Lieferanten seiner Herstellermarken ausreichend Zeit für Rezepturanpassungen. Zudem sollten die Einnahmen aus der Zuckersteuer gezielt in Präventionsmaßnahmen investiert werden.

Dennree: Zeit für Verbindlichkeit gekommen

In einem Dennree-Positionspapier heißt es: „Wenn Freiwilligkeit nicht die nötigen Veränderungen herbeiführt, ist Zeit für Verbindlichkeit. Ernährungsmitbedingten Krankheiten entgegenzuwirken, ist eine Herausforderung unserer Zeit und ein Ausdruck enkeltauglichen Handelns, den Dennree seit vielen Jahren lebt, um auch kommenden Generationen eine lebenswerte Welt von morgen zu ermöglichen.“ Dieser Verantwortung trage Dennree als Bio-Fachhändler bereits bei der Gestaltung des eigenen Sortiments Rechnung. So umfasse das Getränkesortiment unter den Dennree-Eigenmarken ausschließlich natürliche Säfte, doch keine Softdrinks.

Dennree meint: „Nun ist es an der Zeit, auch die Produkte anderer Hersteller zu verbessern und den Zuckergehalt zu reduzieren.“ Dennree halte die Einführung einer Zuckersteuer für einen „wichtigen Meilenstein des Verbraucherschutzes“.

Kein pauschaler Zuckerersatz durch Süßstoffe

Nach Auffassung von Dennree darf der Zucker in den Getränken nicht einfach pauschal durch Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe ersetzt werden. Denn auch Süßungsmittel seien nicht frei von Kritik: Diskutiert würden unter anderem mögliche Auswirkungen auf das Darmmikrobiom, den Zuckerstoffwechsel und das langfristige Essverhalten.

Die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung lieferten dafür Anhaltspunkte: Synthetische Süßstoffe wie Aspartam oder Acesulfam seien in Bio-Lebensmitteln grundsätzlich verboten.

Mehreinnahmen dürfen nicht das primäre Ziel sein

In dem Positionspapier wird erläutert: „Das primäre Ziel der Zuckersteuer darf nicht sein, Mehreinnahmen zu generieren und damit Schadensbegrenzung im Gesundheitswesen zu betreiben. Das primäre Ziel muss sein, die Verbraucher präventiv vor zuckermitbedingten Krankheiten zu schützen. Dazu ist es nötig, eine schrittweise Reformulierung der Rezepturen hin zu weniger Zucker zu generieren und den Zuckerkonsum der Bevölkerung zu senken.“ Dies habe aber nur dann Erfolg, wenn sich auch das Süße-Empfinden und das Süße-Verlangen der Konsumenten verändere. Dieser Prozess brauche Zeit.

Dennree fordert daher eine ausreichend lange Übergangszeit bis mindestens 2029, damit die Hersteller neue Rezepturen entwickeln können.

Zuckersteuer nur für Getränke mit zugesetztem Zucker

Nach Auffassung von Dennree darf eine Zuckersteuer nur für Getränke mit zugesetztem Zucker gelten. Hintergrund: „Viele Getränke enthalten natürlicherweise Zucker, etwa Fruchtsäfte (Fruktose) oder Milch (Laktose). In Getreidedrinks entsteht er durch die enzymatische Spaltung der natürlicherweise enthaltenen Stärke. Diese Zucker sind Teil der ursprünglichen Lebensmittelmatrix und ernährungsphysiologisch anders zu bewerten als zugesetzter Zucker.“ Eine pauschale Besteuerung aller zuckerhaltigen Getränke würde diese Unterschiede verwischen und natürliche Rohstoffe benachteiligen. Dennree fordert daher, die Zuckersteuer ausschließlich auf Softdrinks mit zugesetztem Zucker anzuwenden.

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