Beschäftigte im Berliner und Brandenburger Handel haben am Freitag die Arbeit niedergelegt. Der Warnstreik soll bis einschließlich Samstag andauern, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Kunden dürften von dem Ausstand wenig spüren. Zuletzt hatten Warnstreiks im Groß- und Einzelhandel keine merklichen Auswirkungen auf Öffnungszeiten oder die Verfügbarkeit von Produkten.
Verdi fordert in den bundesweit parallel geführten Verhandlungen sieben Prozent mehr Geld, mindestens 222 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. In der laufenden Tarifrunde hat die Gewerkschaft auch in Berlin und Brandenburg bereits mehrmals Warnstreiks organisiert. Bei einer Streikkundgebung in Berlin trat der Linke-Politiker Gregor Gysi auf. „Die Eigentümer der Ketten sind die reichsten Deutschen“, sagte der Politiker. „Diesen Reichtum schafft ihr, und sie danken es euch miserabel“, rief er den Beschäftigten zu.
Im bayerischen Großhandel einigten sich die Tarifparteien vor rund einer Woche auf einen Abschluss. Dieser sieht vor, dass die Entgelte der rund 240.000 Beschäftigten in Bayern ab dem 1. August um 2,9 Prozent steigen werden. Zum 1. Mai kommen nochmals 2,1 Prozent obendrauf – bei einer Laufzeit von 24 Monaten bis Ende April 2028.
In den Tarifgebieten Berlin und Brandenburg liegen nach Darstellung von Verdi Angebote der Arbeitgeberseite auf dem Tisch, in denen der Abschluss aus Bayern nicht berücksichtigt ist. Wann in Berlin und Brandenburg wieder verhandelt wird, ist offen. Termine stehen derzeit weder im Einzel- noch im Großhandel fest.
